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(krisenlabor/ .gr) Ex-Verkehrsminister der Samaras-Partei fährt VW-“Tuareg” mit gefälschten Kennzeichen: “typisch griechisch”?

Mittwoch, Dezember 18th, 2013

Wasser auf die Mühlen von BILD und Spiegel: Michalis Liapis, jahrelang Abgeordneter der Samaras-Partei Nea Dimokratia und Verkehrsminister in drei ND-Regierungen, die längste Zeit unter Karamanlis, wurde “erwischt”, als er mit einem nicht angemeldeten, nicht versicherten und mit falschen Kennzeichen ausgerüsteten SUV (Sports Utility Vehicle, luxus-geländefähig) deutscher Fabrikation (VW “Tuareg”) ein Stoppschild überfuhr. Tatsächlich bekam die Polizei den Tipp durch einen anonymen Anruf. Früher wäre die Sache natürlich von der Polizei “vergessen” worden – nun aber gibt es in Griechenland SYRIZA, zu der der Anrufer ja womöglich einen Draht hatte. Und SYRIZA muss ja (da sind sich von Merkel bis Liapis alle einig) unbedingt von der Regierung ferngehalten werden, weil sonst endlos viele weitere Skandale von ND und Pasok aufgedeckt zu werden drohen.

Diese Zusammenhänge spielen natürlich in den Comments auf SPON keine Rolle: Dort postet sogar ein wildgewordener Sarrazine, dies sei der Beweis für eine “gehirnorganische” Unfähigkeit “der Griechen” zur “Zivilisation”. Und alles “mit unserem Geld”! Das könnte stimmen, aber ein bisschen anders: Liapis war eigentlich eine bekannte Skandalnudel der ND. Zum Beispiel fuhr er zur Weltmeisterschaft nach Deutschland, wo er in einem Luxushotel “Dolce Vita” schob – bezahlt vom griechischen SIEMENS-Vertreter Christophorakas. Ein ganz kleines Eisbergzipfelchen des gigantischen SIEMENS-Korruptionsnetzes in Griechenland. Und das ist wiederum nur eins von mehreren solchen Netzen, u.a. für 6 deutsche U-Boote (mit Beteiligung von RHEINMETALL, SIEMENS u.a.: In diesem Sumpf klebt u.a. wohl auch Vizeregierungschef Venizelos von der “linken” Pasok.) Wozu braucht Griechenland U-Boote – will es etwa einen Krieg mit der Türkei vom Zaun brechen und Zypern erobern? Eher geht es um viel Geld – und da muss doch erwähnt werden, dass “die deutsche Seite” bei den “Rettungspaketen” ausdrücklich darauf bestand, dass eine Stornierung der U-Boote nicht infrage käme.

Ganz sicher ist der Fall Liapis “typisch” – aber alles eben ein bisschen anders. Er hatte bei seiner Festnahme (er wurde nach Identifizierung und Strafzahlung von 500 Euro für Fahren ohne Versicherung schon auf freien Fuß gesetzt; Anklage kommt) die Chuzpe zu folgender Erklärung: “Ich behaupte nicht, dass ich arm bin, aber ich bin Rentner und die Krise ist auch bei mir angekommen.” Als ehemaliger Abgeordneter (jetzt 62 Jahre alt) musste er (eine durch die Krise erzwungene Maßnahme) die Höhe und ggf. Herkunft seiner Einkommen erklären. Er gab 109223 Euro an, Beteiligung an 28 Immobilien, 6 Wohnungen, 3 Autos (ohne den “schwarzen” Tuareg). (Früher hatte er schonmal ein Boot als “Lastkahn” deklariert.) Stichwörter “Rentner”, “Krise”, “Auto”: Das Auto ist das Statussymbol einer “normalen Mittelklasse”, weshalb zwar die vielen durch das Spardiktat wirklich verelendeten Rentner längst kein Auto mehr haben, sollten sie je eins besessen haben – während aber die verarmten Leute der mittleren Mittelklasse sich mit allen Tricks gegen den Verzicht auf ihr Kollektivsymbol wehren. Also bauen sie Schrottteile vom Autofriedhof ein, fahren ohne Versicherung und teils mit falschen Kennzeichen (um der Steuer zu entgehen). Meistens sind das bulgarische Kennzeichen, die man sich jenseits der Grenze einfach besorgen kann. Solche Autos sind natürlich äußerst gefährliche Zeitbomben. Liapis hatte also die Chuzpe, sich in diese “Normalität” der Krise einreihen zu wollen.

Wirklich alles hoch symbolisch: Liapis als Repräsentant der Regierungsparteien, die von unserer Mediopolitik mit allen Mitteln an der Macht gehalten werden – die Schwarzfahrer mit bulgarischen Kennzeichen und ohne Versicherung als Repräsentanten genau der Wählerschaft, die noch immer ND oder Pasok wählt und auf die unsere Mediopolitik ihre letzte Hoffnung setzt. Im Netz hat der Fall natürlich einen “Sturm” ausgelöst – darunter posten viele Griechen, der Fall zeige “afrikanische Verhältnisse”: Wenn sie wüssten, was sie da sagen! In der Tat ist Griechenland durch die Troikapolitik made in Germany herunrergestuft worden in eine untere, “afrikanische” Normalitätsklasse: Man kann es nicht präziser sagen als: “Tuareg”.

Nur Mut, Sarrazin! Es muss doch an den Ex-DDR-Genen liegen!

Montag, Oktober 14th, 2013

Erstens: Der Ländervergleich des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) ergab ein klares Ergebnis: Die Schülerinnen in der Ex-DDR sind im Rechnen und Schreiben eindeutig besser als die in den “alten Ländern”.

Zweitens: Das wird allgemein, sogar von der FAZ, auf die in der DDR für diese Fächer besser ausgebildeten Lehrerinnen zurückgeführt. Heike Schmoll (FAZ, 12.10.2013): “Die hervorragenden Ergebnisse der Schüler beruhen auf den in der DDR geschulten Lehrern.”

Drittens: Die Tests des IQB sind eindeutig “hoch korreliert” mit einem IQ-Test (bei dem es hauptsächlich genau um diese Kompetenzen geht).

Viertens: Damit scheint sogar sogenannt konservativen Beobachtern evident zu sein, dass nicht Gene, sondern Lernen dominant über IQ-Resultate entscheiden.

Fünftens: Damit ist Thilo Sarrazin herausgefordert. Er ist sich ja sicher, dass 80 Prozent der “Intelligenz” (vornehmlich in Rechnen und Schreiben) aus Genen stammt, und dass “die beste Schule ein dummes Kind nicht klug macht”. Wir warten nun auf seine Erklärung.

Sechstens: Gerade die DDR war ja für Sarrazin, wobei er sich auf die “Resultate” des DDR-IQ-Forschers Volkmar Weiss (“Die IQ-Falle”) stützte, der angebliche Beweis für die Erblichkeit von Intelligenz. Nach dem Dreisatz: 1. In der DDR waren sozial alle gleich. 2. Trotzdem wurden IQ-Unterschiede gemessen. 3. Ergo stammt Intelligenz aus den Genen.

Siebtens: Was also nun, Sarrazin?

Achtens: Er wird die Antwort finden! Tatsächlich ist es ja so, dass die Bevölkerung östlich der Elbe im frühen Mittelalter, vor der “Ostkolonisation” durch deutsche Ostwanderer, fast ganz slawisch war (Überreste heute noch die Sorben). Es muss also an slawischen Genen liegen. (Sehr plausibel: Man denke nur daran, wie gut Russen im Schach sind!)

(Die wissenschaftlichen Quellen Sarrazins, einschließlich des kuriosen Volkmar Weiss, sind genau analysiert in: J.L., Normale Krisen? Normalismus und die Krise der Gegenwart. Mit einem Blick auf Thilo Sarrazin, Konstanz University Press (19,90 Euro).

Michael Jäger im “Freitag” zum neuen Normalismus-Buch und zur kultuRRevolution

Mittwoch, Juli 24th, 2013

Treffend-poetisch bringt Michael Jäger die Funktion der “kulturrevolution. zeitschrift für angewandte diskurstheorie” (Klartext Verlag Essen) als einer Zeitschrift “mit sowohl wissenschaftlichem als auch theoretischem Anspruch” auf den Punkt, “die in beiden Flussbetten gegen den Strom schwimmt und genau weiß, was sie will.” Er nimmt den Foucault-Schwerpunkt des aktuellen Heftes 64 zum Anlass, um das in 30 Jahren des Bestehens realisierte Profil mit seinen theoretischen wie politischen Originalen “Interdiskurs”, “Kollektivsymbolik” und “Normalismus” in Erinnerung zu rufen und seine Tauglichkeit für die Zukunft zu betonen (“Freitag” vom 18. Juli 2013, siehe hier unten den Text).

Bereits in einem Beitrag “Ist das ‘noch’ normal?” vom 22. Juni hatte er auch die Neuerscheinung “Normale Krisen? Normalismus und die Krise der Gegenwart” mit einem Blick auf Thilo Sarrazin” (Konstanz University Press, 19,90 Euro) besprochen und dabei einige Potentiale des Normalismus-Konzepts für eine kultursoziologische Analyse aktueller Gesellschaften westlichen Typs (wie den Unterschied zwischen Normativität und Normalität und seine Funktion oder die Integrationsfunktion zwischen Teilsystemen) sehr transparent dargestellt. Auch der Zusammenhang mit der Krise wird am Beispiel der Herabstufung Griechenlands um eine Normalitätsklasse erörtert.

Neues, aktuelles Normalismusbuch erschienen: “Normale Krisen? Normalismus und die Krise der Gegenwart. Mit einem Blick auf Thilo Sarrazin”

Freitag, Februar 22nd, 2013

Ab sofort in Buchläden und übers Internet verfügbar (Konstanz University Press: 19,90 Euro): Das neue Normalismusbuch (von Jürgen Link). Insbesondere Leserinnen dieses Blogs hätten wirklich etwas davon, es zu erwerben, zu lesen und weiterzuempfehlen.

Warum?

– Weil es die Normalismustheorie (Was sind eigentlich Normalitäten und wie werden sie produziert?) auf neuestem Stand und von Fachterminologie entlastet, prägnant zusammenfasst (mit konkreten Beispielen und Abbildungen).

– Weil es also eine wichtige Basistheorie dieses Blogs gut verständlich darstellt.

– Weil es diese Theorie am Beispiel der großen Krise von Normalismus und Kapitalismus seit 2007 aktualisiert und damit eine neue, originelle Theorie dieser Krise vorlegt: weder ökonomistisch noch kulturalistisch, sondern kopplungs-pluralistisch.

– Weil es insbesondere auch den Begriff einer “Normalitätsklasse” erklärt, ohne den die Dynamik der Krise rätselhaft bleibt.

– Weil es nebenbei auch endlich eine wissenschaftlich belastbare Abfertigung Sarrazins und seiner (protonormalistischen!) Quellen liefert.

– Schließlich auch noch: Weil ein großer Verlag das Manuskript mit der Begründung ablehnte, es “könne nicht im Markt untergebracht werden”: Bitte helft, diese Prognose zu widerlegen.

Ein Land, das “nicht normal” ist, muss seine Hegemonie “ohne Kraftmeierei” managen!

Montag, Dezember 5th, 2011

Helmut Schmidt hat seine 92 Jahre in die Waagschale geworfen, um auf dem SPD-Parteitag eine “Geschichtsstunde” zu halten. Er fing mit dem 30jährigen Krieg des 17. Jahrhunderts an, als nach seiner Philosophie Europas “Peripherie” Europas “Zentrum” (also Deutschland) überfallen hätte,  und endete mit den zwei Weltkriegen des 20., die er zu einem neuen “30jährigen Krieg”, wo das “Zentrum” seine Revanche gegen die “Peripherie” genommen hätte, verharmloste.

Er stellte fest: “Deutschland wird auf absehbare Zeit kein normales Land sein.” Womit er meinte, das “die Peripherie” immer noch nicht vergessen hat, dass deutsche Truppen (mit dem gleichen Eisernen Kreuz, das heute die Bundeswehr ziert) ganz Europa platt gemacht und zig Millionen Menschen umgebracht haben. Aber das hat er nicht vertieft. Was außerdem insbesondere fehlte, war die Geschichte, die er selbst gemacht hat: Zuerst (zusammen mit Willy Brandt) erfand er das “Modell Deutschland” und fing damit an, die Leute hierzulande mit schwarz-rot-goldenen Plastiktüten vollzumüllen. Dann gründete er, nun bereits als Kanzler, 1975 die berühmten G 7 und hievte sein “Modell” damit in die führenden Weltmächte, in die Welt-Champions-League. Seit damals macht Deutschland wieder auch ganz offiziell Weltpolitik, wobei Schmidts “Philosophie” eine von “strategischem Gleichgewicht des Schreckens” war, weshalb er für die Pershings eintrat.

Aber er folgte dabei der Parole der preußischen Aufrüstung zur Weltmacht unter Bismarck: “Mehr sein als scheinen”. Anders gesagt: Die Hegemonie in Europa und den “Platz an der Welt-Sonne” tatsächlich durchsetzen, ohne verbal auf den Putz zu hauen wie Kaiser Wilhelm. Denn das hätte die “Peripherie” alarmiert – und sie hätte “uns” daran erinnert, dass wir “aus historischen Gründen”  keine “normale” Hegemonialmacht sein können (sondern nur eine besondere, verheimlichte).

So erklärt sich Schmidts ständige Schizophrenie, die er mit dem coolen Gestus des hanseatischen “Machers” managte. Denn wenn er auch in die Geschichte als der Kanzler eingehen wird, der Deutschland über die G 7 wieder zur Groß- und Weltmacht gemacht hat, so war er auch der, der im Wahlkampf 1980 gegen Strauß in der Essener Gruga mit dem pathetischen Ausruf “Wir Deutschen haben die Schnauze voll vom Schießen!” noch einmal einen knappen Sieg errang (wenn ihm dann auch zwei Jahre später sein Partner Genscher den Dolch in den Rücken stieß).

Die Schnauzen-Parole (sein Aufstieg hatte ja als “Schmidt-Schnauze” begonnen) richtete sich gegen die Forderung von Strauß, schon damals mit Kanonenbooten in den Golf gegen den Iran zu fahren. Zu früh! Und auch später kritisierte Schmidt deutsche Kriegsbeteiligungen auf dem Balkan und in Afghanistan – aber wer hatte die Bundeswehr entscheidend aufgerüstet? Verteidigungsminister Schmidt. Und wer hielt pathetische Reden vor feierlichen Gelöbnissen und behauptete dort, an die Soldaten gewandt: “Ihr könnt sicher sein, dass ihr niemals von diesem Staat in einen verbrecherischen Krieg geschickt werdet!” (Während in Afghanistan die Killerdrohnen schwirrten.)

Auch jetzt wird an der Parteitagsrede (zu recht) kritisiert, dass sie widersprüchlich sei. Man lobt die philosophische Tiefe (und sicher war Schmidt der bisher intellektuellste Kanzler), aber wie soll Deutschland denn gleichzeitig auf “schädliche deutschnationale Kraftmeierei” verzichten, “Solidarität mit der Peripherie” üben und trotzdem seiner “Führungsverantwortung gerecht werden”?

So ist der spingende Punkt der Geschichtsstunde ein anderer: Als Deutschland nach Bismarck immer größer wurde (infolge seiner rasant wachsenden wirtschaftlichen und militärischen Stärke), da ging es nicht mehr ohne eine gewisse “Kraftmeierei”. Und heute hat die Große Krise es der Hegemonialmacht unmöglich gemacht, die Hegemonie weiter sozusagen auf Zehenspitzen auszuübern wie Schmidt es zu seiner Zeit gern gemacht hätte (von Zehenspitzen konnte natürlich auch damals keine Rede sein) – aber richtig: “Wir” waren noch nicht wiedervereinigt, standen noch nicht militärisch in aller Welt, und “wir” waren noch nicht der Krisen-Bewältigungs-Weltmeister mit dem stärksten “Wachstum” (der Profite) in Schmidts G 7.

Und wenn er auch noch so sehr den Mund gespitzt hat (nicht nur beim Rauchen): gepfiffen hat er nicht – die Afghanistankonferenz hat er nicht erwähnt und den umgehenden Rückzug der Bundeswehr hat er nicht noch einmal gefordert. Dabei hätte er doch davor warnen können, dass Deutschland wieder dabei ist, einen 30jährigen Krieg zu führen (Karzai fordert 2014 + 10 und bietet der Bundeswehr Stationierung “für immer” an!) In dem Punkt hat sich die Troika sicher vorher mit ihm abgesprochen: Stein(meier + brück) – Steinmeier der “Architekt” des deutschen Afghanistankrieges und Steinbrück, der “die Kavallerie gegen die Indiander” mobilisieren wollte (keine Kraftmeierei)? Und der vor allem Solidarität mit Sarrazin (deutsche “Peripherie”?) geübt hat. Und den Schmidt deshalb als nächsten Kanzler und als seinen geliebten Sohn empfiehlt.

In zwei Punkten hat Schmidt aber unbewusst und ungewollt die Wahrheit gesagt: 1. ist Deutschland tatsächlich kein normales Land, weil keine Kriegs- und Weltmacht normal sein kann: Oder ist die Weltpolitik der USA “normal”? 2. Das mit der “Peripherie” – damit sind in der Entwícklungsforschung die in Abhängigkeit und Unterentwicklung gehaltenen Länder gemeint. In der Normalismustheorie unterscheidet man 5 Normalitätsklassen. Und gerade werden tatsächlich die südeuropäischen Länder von der 2. in die 3. Normalitätsklasse “runtergestuft” – sie werden tartsächlich definitiv Peripherie und haben deshalb kein Anrecht mehr auf soziale Sicherungen – sie dürfen nicht länger “über ihre Verhältnisse leben”. Und dagegen schickt Steinbrück die Kavallerie der 1. Klasse, und das kommentiert Helmut Schmidt mit: “Er kann es!”

Endlich hieb- und stichfeste Argumente für Verbotsantrag: Sarrazin und SPD vor NPD schützen!

Donnerstag, April 28th, 2011

Schon wieder musste Sarrazin der NPD gerichtlich untersagen lassen, ihn zu zitieren. Das kann nicht so weitergehen, weil auf den 450 Seiten seines Buches noch jede Menge Zitate stehen, die die NPD gerne zitieren möchte. Dabei ist die Schonung besonders peinlich, mit der die NPD Sarrazin behandelt: Sie könnte ja auch selbst auf Plagiat klagen.

Noch einmal: Das kann so nicht weitergehen. Weder ist Sarrazin der Stress ständiger Klagen noch der SPD das Damoklesschwert einer NSPD-Gründung zuzumuten. Diese Notstandssituation der Demokratie dürfte endlich in Karlsruhe durchschlagen: Ein neuer Verbotsantrag gegen die NPD dürfte endlich Erfolg haben, weil das Argument eines Notstands der Demokratie wegen der Möglichkeit, eine in der Wolle gefärbte demokratische Urgestein-Partei nicht mehr klar von einer totalitären Partei unterscheiden zu können. die Karsruher Richter überzeugen wird.

Nur ein Verbot der NPD kann diese daran hindern, ständig weiter Sarrazin zu zitieren, obwohl diese Zitate inzwischen von höchster SPD-Stelle (Bundesschiedskommission ) als in der Mitte sozialdemokratischer Meinungsfreiheit liegend  gewürdigt worden sind. Man hat Sarrazin dabei ganz explizit die Demütigung erspart, ihm eine Distanzierung von seinem Buch aufzunötigen.

Nur ein Verbot der NPD kann ferner deren Stimmen (jedenfalls einige) auf demokratische Parteien (und besonders auf die SPD) umverteilen. Denn es ist nicht ausgemacht, dass der Spruch der Schiedskommission dieses Ziel bereits erreichen wird: Es bleibt ein Restrisiko, dass die gewonnenen NPD-Stimmen die verlorenen alt-sozialdemokratischen Stimmen nicht nur nicht überwiegen, sondern vielleicht sogar nicht einmal ausgleichen werden. Solche Restrisiko-Kalküle sind einer demokratischen Volkspartei ebenfalls einfach nicht länger zuzumuten.

Diese Argumente werden Karlsruhe endlich überzeugen. Da sind wir ganz sicher!

Die Ursprünglichen Chaoten

Lesung “gegen den vorerinnerten Sarrazin” in Bild und Ton

Sonntag, Januar 30th, 2011

Romanlesung “gegen den vorerinnerten Sarrazin” jetzt online auf Reviercast.de anhören!

Auf linksdiagonal.de gibt es Mitschnitte der anschließenden Diskussion!

Lesung an der Universität Duisburg-Essen

27. Januar 2010