Posts Tagged ‘Normalitätsklassen’

Neues, aktuelles Normalismusbuch erschienen: “Normale Krisen? Normalismus und die Krise der Gegenwart. Mit einem Blick auf Thilo Sarrazin”

Freitag, Februar 22nd, 2013

Ab sofort in Buchläden und übers Internet verfügbar (Konstanz University Press: 19,90 Euro): Das neue Normalismusbuch (von Jürgen Link). Insbesondere Leserinnen dieses Blogs hätten wirklich etwas davon, es zu erwerben, zu lesen und weiterzuempfehlen.

Warum?

– Weil es die Normalismustheorie (Was sind eigentlich Normalitäten und wie werden sie produziert?) auf neuestem Stand und von Fachterminologie entlastet, prägnant zusammenfasst (mit konkreten Beispielen und Abbildungen).

– Weil es also eine wichtige Basistheorie dieses Blogs gut verständlich darstellt.

– Weil es diese Theorie am Beispiel der großen Krise von Normalismus und Kapitalismus seit 2007 aktualisiert und damit eine neue, originelle Theorie dieser Krise vorlegt: weder ökonomistisch noch kulturalistisch, sondern kopplungs-pluralistisch.

– Weil es insbesondere auch den Begriff einer “Normalitätsklasse” erklärt, ohne den die Dynamik der Krise rätselhaft bleibt.

– Weil es nebenbei auch endlich eine wissenschaftlich belastbare Abfertigung Sarrazins und seiner (protonormalistischen!) Quellen liefert.

– Schließlich auch noch: Weil ein großer Verlag das Manuskript mit der Begründung ablehnte, es “könne nicht im Markt untergebracht werden”: Bitte helft, diese Prognose zu widerlegen.

Das 30-Jahre-Heft der Zeitschrift “kultuRRevolution” erschienen: “Bilanz und Vorerinnerung”

Donnerstag, Dezember 27th, 2012

Das gerade erschienene Heft 63 der “zeitschrift für angewandte diskurstheorie” mit dem manches Gemüt noch immer provozierenden Titel “kultuRRevolution” ist das 30-Jahre-Jubiläumsheft und versucht eine Art Summe des Erreichten. Wer im Netz surft, kann sehen, dass das Projekt “kRR” (k 2 R) mindestens als Geheimtipp oder Gerücht weit über den Kreis der Abonnenten hinaus bekannt ist: Das ist die Zeitschrift, die längst vor dem Mainstream “Paradigmen” wie Foucault, Deleuze/Guattari, Althusser, Pêcheux, Gramsci, Rancière, Flusser u.v.a. in Deutschland bekannt gemacht hat. Aber eben nicht bloß als “Paradigmen”, sondern tatsächlich als Werkzeugkisten – und die mit den Werkzeugen eigene, neue “Produkte”, wie der Mainstream sagen würde, geschaffen hat, die aber – vom Mainstream aus gesehen – ein dickes “Aber” besitzt: “Ein garstig Lied, pfui! ein politisch Lied!”

Bangemachen gilt nicht! Heft 63 bietet für langjährige Leserinnen, sowohl regelmäßige wie sporadische, darüber hinaus aber gerade auch für neugierige Erstleser einen Überblick über diese neuen Produkte. Die kRR ist, wie man schnell sieht, nicht für den Profitkonkurrenzmarkt gedacht, sie schnüffelt nicht nach Marktnischen. Sie besitzt höchstens auf ironisch “Alleinstellungsmerkmale”, sagen wir lieber Originale. Heft 63 gibt einen Überblick über 10 Originale: 1. prognostische kapazität; 2. WNLIA (Weder-Noch, Lieber Irgendwie Anders); 3: interdiskurs; 4. angewandte diskurstheorie; 5. hölderlin, romantik, surrealismus – und karl kraus; 6. kollektivsymbolik; 7. normalismus; 8. simulation; 9. wider den interpersonalen interaktionismus; 10. vorerinnerung.

Zum Konzept WNLIA gehört, dass die kRR jenseits der Mainstream-Alternative entweder zeitlos-wissenschaftlich oder aktuell-politisch operiert. Sie hat sich deshalb gleich beim “Ausbruch” der großen Krise von Kapitalismus und Normalismus seit dem Jahr 2007 zum Analyseforum dieser Krise entwickelt. In Heft 63 wird der Schwerpunkt aus Heft 61/62 (Wieviel Kulturrevolution am Mittelmeer?) mit einem zweiten Griechenland-Schwerpunkt fortgesetzt: Was bedeutet es, dass ein Land um eine Normalitätsklasse heruntergestuft wird? (Wie es ja auch in diesem Blog bereits kurz erklärt wurde.) Ferner hat die kRR mit ihrem normalismustheoretischen Instrumentarium als erste (und wohl immer noch einzige) Zeitschrift analysiert, dass Deutschland durch die Krise in die Position der Weltmacht Nr. 2 katapultiert worden ist. Das in Deutschland festzustellen und die Folgen ohne Scheuklappen zu bedenken, ist natürlich ein Tabu.

Im Abonnement kosten zwei Hefte pro Jahr (incl. Versand) nur 17 Euro 50. Bestellungen über die neue Website zeitschrift-kulturrevolution.de oder beim Klartext Verlag Essen. Natürlich braucht die kRR mehr AbonnentInnen – offen gesagt: besonders auch jüngere, weil 30 Jahre nicht bloß Erfolg bedeuten, sondern die ursprüngliche Leserschaft auch unter Alterungsdruck gesetzt haben.

Übigens kann man auch schreibend mitmachen: Ein anderes WNLIA der kRR war von Anfang an: Weder nur bekannte Autoren noch bloß unbekannte Blogger avant la lettre, vielmehr beides gemischt: abhängig von konkreten Problemen. Näheres beim Besuch der Website zeitschrift-kulturrevolution.de

“Abstieg” um eine Normalitätsklasse konkret: Griechische Krankenhäuser

Freitag, Dezember 7th, 2012

Die einfachen Griechen haben “über ihre Verhältnisse gelebt” (die Reeder nicht!) – deshalb muss Griechenland aus der 2. in die 3. “Liga” absteigen – sagt die 1. “Liga”, besonders Deutschland. Das ist mit “Wettbewerbsfähigeit” gemeint: eine niedrigere Normalitätsklasse, also niedrigere Standards an Normalität. Vor allem: halbwegs realexistierende soziale Netze (Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) für die oberen zwei Drittel gibt es nur in der 1. Liga, abgeschwächte in der 2. – in der 3. heißt das: “über die Verhältnisse leben”. In der 3. Liga ist das alles nur für das obere Drittel “bezahlbar”, für die zwei unteren Drittel nicht. Punkt.

Was das für die unteren zwei Drittel konkret bedeutet, dazu folgende Meldung aus “Ta Nea” vom 5.12.2012:

“REUTERS: IN HYGIENISCHER GEFAHR DIE GRIECHISCHEN KRANKENHÄUSER:

Hohe Gefahr der Verbreitung von Keimen und mangelnde Betreuung herrschen in den griechischen Krankenhäusern, wie die Agentur Reuters meldet, wegen der Wirtschaftskrise, die eine immer geringere Zahl von Ärzten und Pflegerinnen erzwingt, die immer mehr Kranke versorgen sollen, und das ohne die notwendigste ärztliche Ausrüstung.

“Ich habe Krankenhäuser gesehen, deren wirtschaftliche Situation nicht mehr die unumgängliche Aussstattung zulässt, wie z.B. Handschuhe, Masken und Alkohol”, erklärte gegenüber Reuters Mark Sprentzer, der Sekretär des Zentrums für Vorsorge und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). “Wir wussten, dass es in Griechenland ein Problem der Resistenz gegen Antibiotika bei verschiedenen Infektionen und Krankheiten gibt, und seit ich mehrere Krankenhäuser besucht habe, habe ich die Zuspitzung des Problems festgestellt”, sagte er.

Die Regierung erklärte, so Reuters, dass die Schulden im Gesundheitssektor 2 Milliarden Euro betragen, und dass deshalb die Ausgaben der Krankenhäuser drastisch heruntergefahren werden müssen.”

Deshalb hätte eben das Personal reduziert werden müssen usw. – keine zusätzlichen Betten, obwohl die Kranken durch die Verarmung zunehmen – lange Wartezeiten auf Fluren, bis die Kranken einfach fortgehen – wohin weiß niemand usw.

Was geht im Kopf der griechischen und deutschen Politiker vor? Es ist leicht zu erraten, sagte doch Christine Lagarde, sie habe mehr Mitleid mit den Kindern in Niger als mit griechischen Steuerverweigerern: Für die Dritte Welt (3. bis unterste, 5. Normalitätsklasse) ist das doch alles “normal”! Da werden die Griechen sich eben dran gewöhnen müssen – sie sind nunmal abgestiegen. (Gemeint ist damit: die unteren zwei Drittel, keineswegs das obere Drittel.)

Nein: die unteren zwei Drittel sind herabgestuft worden. Was zählt, sind nicht die notwendigsten Bedürfnisse, sondern die normalistischen Kennziffern, auf die “die Märkte” schauen. Die “Märkte” bejubeln eine Nachricht wie die von Reuters – sogar an der Athener Börse. Sie sehen das als einen “mutigen Schritt in die richtige Richtung – zur Wiederherstellung der Tragfähigkeit der Schulden”. Übrigens: die “Hilfspakete”, an denen “der deutsche Steuerzahler” beteiligt ist, kommen nicht den griechischen Krankenhäusern zugute, sondern dem “Schuldendienst” gegenüber den Banken bzw. den Profiten der Banken beim “Schuldenrückkauf” (“satte Gewinne” gegenüber dem niedrigen Marktwert). Dagegen sollen die Krankenkassen nochmal durch den “Rückkauf” geschröpft werden.

Griechenland: Wie ein Volk von den Märkten und ihren willigen Vollstreckern in der Politik platt gemacht wird

Mittwoch, Januar 11th, 2012

Ich hätte auch formulieren können: denormalisiert wird. Aber die Krise hat in den bereits jetzt gänzlich von ihr erfassten Ländern einen Grad erreicht, der uns zwingt, die normalistischen Statistiken in konkrete Bilder zu übersetzen. Der Normalismus hat den Nachteil der Abstraktheit von Statistik, aber den Vorteil, ein Minimum an Transparenz zu ermöglichen (das der Kapitalismus pur am liebsten zensieren möchte).

Deshalb hier einige neue Statistiken griechischer Institute, die ich aus der “normalen” griechischen Presse entnommen habe: Es ist soweit, dass die meisten (normalen) Haushalte bereits am Essen sparen müssen: Das betrifft zwischen 45 und 75% (je nach Einkommen), darunter praktisch alle “Unter-1000-Euro-Haushalte”. 6 von 10 griechischen Haushalten sind an der Grenze, ihre Strom- und Wasserrechnungen nicht mehr bezahlen und leufende Kredite nicht mehr bedienen zu können. 89,2% können sich kein Essen in Restaurants mehr leisten. 74,9% rechnen mit weiterer starker Senkung ihrer Einkommen in 2012. (Eine realistische Einschätzung, weil ja die Reichenbach-Troika eine Senkung des Mindestlohns um 50% auf 350 Euro und eine Streichung aller Zulagen sowie Massenentlassungen fordert.)

52% der Haushalte sind wegen dieser “Situation an der Grenze” (man kann sagen: an der unteren Normalitätsgrenze des Lebensstandards) bereits jetzt auf Hilfe von Freunden angewiesen. Die Banken vergeben keine Kredite mehr. Apotheken geben (zunächst bis zum Wochenende 13.1.2012 – sie entscheiden dann über eine Verlängerung) Medikamente, auch notwendige wie Blutdrucksenker, nur noch gegen bar heraus. Bisher bekam man Medikamente auf Rezept, und die Apotheken bekamen das Geld von der staatlichen Krankenversicherung – die aber seit Monaten die Zahlungen praktisch ausgesetzt hat – und die dazu gezwungen ist, weil der Staat seine Verpflichtungen auch nicht mehr erfüllt (erfüllen “kann”: die Reichenbach-Troika fordert ja die “Senkung des Defizits”).

Ein anderes statistisches Büro (Hellastat) fasste seine Erhebungen zu “sieben verborgenen Wunden der Krise” zusammen: 1. Leere Regale. Nicht nur müssen die Haushalte selbst beim Notwendigsten sparen – auch die ausländischen Großlieferanten (wie Lidl usw.) vertrauen den griechischen Banken nicht mehr, so dass der gesamte normale Zahlungsverkehr kollabiert.  2. Kollaps der Exporte.  Das allgemeine Misstrauen gegen griechische Banken hat die ausländischen Abnehmer griechischer Produkte dazu veranlasst, auf andere Länder umzusteigen. 3. Die Sanktionen gegen den Iran. (Ja!) Der Iran gehörte zu den wenigen großen Importeuren (und Exporteuren: Öl), die noch über griechische Banken Handel trieben. Wenn jetzt die Sanktionen verschärft werden und Griechenland kein iranisches Öl mehr kaufen darf, wird es auch nichts mehr verkaufen können. 4. Das allgemeine Misstrauen in der gesamten Wirtschaft. Was in den “wettbewerbsfähigen” Ländern (der 1. Normalitätsklasse) bisher hauptsächlich die Banken betrifft, hat in Griechenland die gesamte Wirtschaft erfasst: Jeder hält jeden für potentiell bankrott und will nur noch Cash sehen. Dieser Punkt von Hellastat liest sich wie die klassische Beschreibung einer schweren zyklischen Krise durch einen Privatgelehrten namens Karl Marx. 5. Das Gesetz des Stärkeren. In allen ökonomischen Beziehungen verschärfen die jeweils (noch) Stärkeren ihre Bedingungen gegenüber den Schwächeren und machen dadurch immer mehr platt. 6. Die “Paraökonomie”, d.h. der “informelle” oder “schwarze” Sektor. Weil die normalen Banken nichts mehr verleihen, entwickeln sich in Griechenland nun wie in der gesamten 3. Welt (3. bis 5. Normalitätsklasse) unlizensierte Wucherbanken. 7. Die chronische Verzögerung. Alle Zahlungen, Käufe, Vertragserfüllungen werden verzögert und nach Möglichkeit “bis auf weiteres” ausgesetzt.

Kein Wunder, dass unsere ökonomischen Experten und Politiker nicht in solche Einzelheiten gehen: Es könnten alles Prognosen für “uns” selber sein, wenn die internationale Krise nicht durch ein Wunder bald beendet wird. (Dass Deutschland als einziges G 7-Land die Krise bereits “abgehakt” hat, ist extrem “anormal” und also selbst ein schweres Krisensymptom!) Also wird weiter über “unsere Hilfe” gelabert – von der nicht ein einziger Centime bei den 80% ankommt, die platt gemacht werden. Es geht hauptsächlich um die Zinsen, die der griechische Staat weiter an “unsere” Banken zahlen soll:  ohne Verzögerung bitte! (Dass auch der “Schuldenschntt” ein Riesenbetrug ist, dürfte sich doch langsam rumgesprochen haben: der Schnitt wird auf den Nennwert berechnet statt auf den Marktwert: bei 50% “Schnitt” und einem Marktwert von nur noch 20% machen unsere Banken durch ihren “Verzicht” nochmal zusätzlich satte Profite!)

Wenn man dann die Reden und Kommentare der griechischen Politiker liest, kann man die Wut der Leute verstehen: Statt von den “sieben Wunden” zu reden, dreschen sie pathetisch leere Worthülsen über “nationale Solidarität”, oder wie Papademos sagte, als die Gewerkschaften ihm vorwarfen, mit der Mindestlohnsenkung eine “rote Linie” überschritten zu haben: “Meine einzige rote Linie ist die Rettung (oder “Erlösung”) unseres Landes!”

Europa gespalten – aber entlang welcher Linie?

Sonntag, Dezember 11th, 2011

Dass die Brüsseler Dezemberbeschlüsse (“Stabilitätsunion”) Europa gespalten haben, darüber besteht in den Medien Einigkeit – nicht mehr nur von “2 Geschwindigkeiten” ist die Rede, sondern von “2 Klassen” und der Angst vieler Länder vor “Deklassierung”.  Am schönsten ist das “Spiegel”-Cover vom 28.11.2011, das eine tief gespaltene 1-Euro-Münze zeigt. Der Spalt geht senkrecht zum Betrachter, der also denkt: Aha, die Spaltung geht zwischen links und rechts, also zwischen England und Kontinent. Schaut man aber ganauer hin, so sieht man, dass man das Bild um 90 Grad drehen muss, um die übliche Karte zu erhalten, und dass der Riss demnach horizontal zwischen Nord und Süd etwa durch die Alpen läuft.

Genau auf diese verborgene Drehung kommt es an. Denn die Spaltungsbeschlüsse haben keineswegs England deklassiert, sondern nur (falls die Beschlüsse “umgesetzt” werden) jene Spaltung institutionell zementiert, die von “den Märkten” bereits durch die Zins-Spreizung “beschlossen” worden war. Formal haben sich in Brüssel Nord und Süd auf gleiche “Spielregeln” geeinigt: Jedes Land soll der “goldenen Regel” folgen, also nicht mehr ausgeben als einnehmen und unter der 3-Prozent-BIP-Grenze eines Haushaltsdefizits bleiben. Formal haben sich Deutschland und Griechenland sowie alle anderen außer England auf diese gleiche Regel verpflichtet. Formal kann Deutschland genauso mit “Sanktionen” bestraft werden wie Griechenland. Formal hat Deutschlansd seine Souveränität genauso an die Brüsseler undemokratische, quasi diktatorische Bürokratie abgegeben wie Griechenland.

In diesem “formal” steckt der springende Punkt! Denn Deutschland hat bekanntlich eine vielfach größere “Wettbewerbsfähigkeit” (Kapitalstärke) nicht nur als Griechenland , sondern auch als Spanien, Italien und auch eine größere als Frankreich. Deutschland denkt also, den “Stabilitätspakt” einhalten zu können, ohne die verbliebenen sozialen Sicherheitsnetze bis auf schäbige Reste “runterfahren” zu müssen. Die Südländer aber müssen das tun und werden damit in eine niedrigere Normalitätsklasse “absteigen”: Aus der 1. Liga in die 2. (Spanien und Italien) – oder aus der 2. sogar in die 3. (Griechenland). Und das ist das Wesen der Spaltung.

Frankreich hat durchgesetzt, dass keine nördliche Bank “bluten” muss nirgends, dass keine Schulden mehr erlassen werden und dass den Nordbanken alle Zinsverluste letztlich aus Steuergeldern ersetzt werden auf ewige Zeiten. Diese Ewigkeit wird man abwarten müssen – ebenso wie Sarkozys “Glauben”, durch magische Willensanstrengung die deutsche “Wettbewerbsfähigkeit” herbeizwingen zu können. Er könnte mit dieser Willensanstrengung einen Mai (oder einen anderen Monat) auslösen.

Fazit: Deutschland hat seine Souveränität nur “formal” abgegeben – tatsächlich verstärkt es sie mittels der “Märkte” und dehnt sie auf die ganze Eurozone aus. Die Süd- und Ostländer aber sind ihre Souveränität tatsächlich los. Der “Stabilitätspakt” ist die eiserne Klammer zwischen Normalitätsklasse 1 und den Normalitätsklassen 2 und 3. Imgrunde eine gigantische Wiedervereinigung – insofern ist es sehr passend, dass Bodo Hombach den “Soli” vom Osten auf den europäischen Süden umwidmen möchte.