Archive for the ‘Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)’ Category

Gefragt ist jetzt vor allem jene politisch-ästhetische Fantasie, die es ermöglicht, uns das “Humanmaterial” nach dem “im deutschen Namen” angerichteten Massaker von Yakob Baj vorzustellen.

Sonntag, Dezember 20th, 2009

Vorweg: Dass es keineswegs der Kenntnis von Geheimberichten von Feldjägern der Bundeswehr oder gar von KSK-Einheiten bedurfte, um sich in groben Zügen klarzumachen, wie das “Massaker” (Jürgen Todenhöfer in der Watz 17.12.) von Yakob Baj in der deutschen Zone zustandekam und wie es ablief, beweisen die entsprechenden Einträge dieses Blogs (18.5.2009: enorme Kosten für den Steuerzahler, die verschwiegen werden; 24.6.: Strategie des “3. Versuchs” eines deutschen “Griffs zur Weltmacht”; 21.7.: neue, offensive und aggressive Eskalations-Strategie der Bundeswehr erklärt; 23.7.: Satire Kollateralschäden im Sauerland; 19.8.: Streit unter den “Stabsärztebrüdern”; 20.9.: Warum Anwesenheit des halben Dorfes Yakob Baj bei den Tanklastern? Um gratis Sprit zu bekommen! – inzwischen offiziell bestätigt; 14.12.: deutsche Soldaten als ***de* – wie die zerfetzten und verbrannten Kinder ausgesehen haben). Also: Wer z.B. den Roman “Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee. Eine Vorerinnerung” (assoverlag Oberhausen – gutes Weihnachtsgeschenk last minute) gelesen hatte, konnte sich alles genau vorstellen.

Dass das alles nun aus Geheimberichten bestätigt und noch übertroffen wird, haben wir allerdings keineswegs unserer Mini-Stabil-Demokratie zu verdanken, sondern einem regelrechten Hauen und Stechen auf Seiten der Stabsärztebrüder (siehe “Bangemachen gilt nicht…”, wo es vorerinnert ist): Ein Minister gestürzt, sein Nachfolger “angeschlagen”, der oberste General, binnen Minuten gestürzt, beschuldigt den Minister offen der Lüge, “neue Videos tauchen auf” (die beweisen, dass die Bundeswehr “am Boden” war) – all das hauptsächlich über die SCHLAGzeitung ausgehauen und ausgestochen! Ein atemberaubender Vorgeschmack auf künftige Notstände und Neo-Militärputsche. Dann das Machtwort von Schneiderhans Vorgänger Kujat (Interview DLF 17.12.): Ein solches öffentliches Hauen und Stechen zwischen Fraktionen der Bundeswehrführung ist “absolut nicht normal, nein ganz und gar nicht normal”. Das gehöre nicht in die Öffentlichkeit der Mini-Stabil-Demokratie, das gehöre hinter verschlossene Türen. Mit umgehendem Erfolg: Sofort Schweigen im Medienwald, Thema “abgehakt”, “Saft abgedreht”, “Luft raus”. Untersuchungsausschuss erklärt, mindestens 1 Jahr zu brauchen, und dann nochmal mindestens 3 Monate (also bis Frühjahr 2011 – wenn der Endsieg schon errungen sein soll!). Umschalten auf “Kopenhagen” und Weihnachten.

Also muss unsereins wieder seine politisch-ästhetische Fantasie bemühen: Worum kann sich eine solch wirklich “absolut nicht normale” innere Eskalation in der Generalität drehen? Eindeutig um die äußere Eskalation in Afghanistan und künftig allgemein. Es geht um die Taktik, mit der der Schritt der Bundeswehr zur Weltjunta-Armee mit voller Power “verkauft” werden kann. Es geht also um den “3. Versuch des deutschen V-Trägers” (“Verantwortungs-Trägers”: siehe Eintrag vom 24.6.). Damit wird auch das Massaker von Yakob Baj einigermaßen transparent: Die KSK und ihr Hiwi Oberst Klein wollten eine “gezielte Tötung von INS (Insurgents) mit erheblichen Kollateralschäden” nach US-Modell durchführen, weil sie auf die “Solidarität” ihres BB (Big Brothers USA) zählten. Dabei verrechneten sie sich: Der BB erzwang die Medialität des Massakers, vermutlich um seinen Juniorpartner Deutschland zu zwingen, seine “Heuchelei” zu beenden und sich offen für einen “schmutzigen Krieg aufzustellen”. Die Fraktion der “Weltmissionare”, wie sie in der “Vorerinnerung” heißen, will nun in einer Art “medialen Durchbruchsschlacht” diese “Ehrlichkeit” in kurzer Zeit erzwingen. Es soll sogar das Grundgesetz geändert werden, um Massaker zu legalisieren (Spiegel Online 18.12.). Dagegen setzt sich die Fraktion der “Hausaufgabenmacher” für eine Fortsetzung der Salamitaktik ein.

Es ist atemberaubend, mit welchem Tempo der 3. Versuch sämtliche “Einsatzformen” des 1. und 2. Versuchs samt ihren diskursiven Begleitkomplexen restauriert. So spricht der berühmte geheime “Feldjägerbericht” ganz naiv davon, dass bereits am Mittag des 4.9. das Terrain von “Humanmaterial” völlständig gesäubert gewesen sei (nur noch Leichen von Eseln hätten herumgelegen: “Zeit” vom 17.12.). Da können die Stabsärztebrüder nur aufjaulen, weil es im 3. Versuch doch “Patientengut” heißen muss! Auch der “Endsieg” ist wieder da: als Kombination von “Endkampf” und “gewinnen” (Lothar Rühl in der Fatz vom 17.12.) – ja sogar für alle Fälle auch der “Dolchstoß”: “Solche Ereignisse werden noch öfter eintreten, wenn der Endkampf um die Kontrolle Afghanistans erfolgreich geführt werden soll. Je mehr und je öfter die Politik den Truppen im Feld aus dem sicheren Heim in den Arm fallen wird, desto geringer werden die Erfolgschancen.” (dito) Natürlich darf da auch die “Drückebergerei” nicht fehlen (Wolfssohn in der Watz 17.12.).

In all diesen geheimen wie auch in den von SCHLAG enthüllten Diskursfragmenten kommen die Opfer nicht vor: Sie sind aus dem mediopolitischen Diskurs genauso “klinisch” herausgesäubert wie das “Humanmaterial” aus dem Schlachtfeld von Yakob Baj (“Ein Schlachten wars, nicht eine Schlacht zu nennen”: Schiller). Die Leichen sind auf alle Zeiten unauffindbar verbrannt und “entsorgt” (oh ja ihr Grünen: das war auch eine ökologische Katastrofe, die ihr da mitzuverantworten habt). Dennoch gab es noch einige überlebende und “nur” schwer verletzte Kinder im Krankenhaus von Kundus: Kein einziger Journalist von all denen, die sonst ständig wiederholen, dass “die Opfer unterschlagen werden”, uns aber dennoch mit Schockbildern von (nur den jeweils “richtigen”) Terroropfern schocken, hat die Idee gehabt, uns Bilder dieser von der Bundeswehr ”im deutschen Namen” massakrierten Kinder “zuzumuten”. Nichts zeigt deutlicher als diese Tatsache, dass afghanische Menschen (als Menschen der 5. Normalitätsklasse) im Hauen und Stechen um die beste Strategie und Taktik des 3. deutschen Versuchs nicht zählen. Sie sind allenfalls minimierte Zahlen in einem CDE (“Collateral Damage Estimate”). Wir brauchen all unsere politisch-ästhetische Fantasie, um sie uns vorstellen zu können.

In den Geheimberichten sind die afghanischen Bauern und ihre Kinder durch Chiffren ersetzt: “COM PRT KDZ”, “TF 47″, “42 S VF 8903852017″ (das war die “Zielkoordinate”, mit der 150-200 Menschen ausgelöscht wurden). Wir sollten uns wenigstens den Namen des Dorfs merken: “Yakob Baj” – es ist das erste Dorf des 3. Versuchs, das so wenig vergessen werden sollte wie all die Dörfer aus dem 1. und 2. Versuch: Oradour-sur-Glane, Kalavrita, Lidice, und all die tausende russischer Dörfer, die bei “normalen Kampfhandlungen” vernichtet wurden.

(Solche) Soldaten sind ***de*

Montag, Dezember 14th, 2009

In der Vorerinnerung (Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee; Roman bei asso, Oberhausen; als Weihnachtsgeschenk empfohlen) wird die Chiffre auf Seite 846 aufgelöst: Sie bedeutet nicht etwa “Mörder”, sondern selbstverständlich “Helden”. Es geht dort (fiktional!) um die Simulation eines künftigen Krieges der Bundeswehr, und die chiffrierte Parole ist an Fabrikmauern im Ruhrgebiet gepinselt worden, vielleicht von den “Ursprünglichen Chaoten”? Außerdem kann man an diesen Mauern auch lesen: Soldaten sind Kollateralschadenminimierer; sowie: TUCHOLSKY.

Wie werden solche ***de* gemacht? Wie inzwischen durchgesickert ist, nach einer einfachen Bauanleitung:

Ein anonymer “Informant” (in der DDR hießen sie IM) informiert eine unbekannte Instanz der Bundeswehr, dass in einem afghanischen Dorf “Talibanführer” aufgetaucht seien. Diese Instanz beschließt eine “gezielte Tötung” unter Inkaufnahme ziviler Kollateralschäden. Dazu werden Elite-***de* vom KSK (Kommando Spezial-Kräfte) eingesetzt und US-”Luftunterstützung angefordert”. Als Grund gibt man die “Entführung” von zwei Tank-LKWs an und behauptet, die sollten in ein Bundeswehrcamp gefahren werden und dort explodieren. (Tatsächlich scheint der Sprit an die Bauern verschenkt worden zu sein, was die Präsenz fast des ganzen Dorfes bei den LKWs erklären würde.) Dann befiehlt ein Oberst Klein diese “militärische Option”, und zwar gegen “INS”, was die Abkürzung für “Insurgents” ist, zu deutsch “Aufständische” – also nicht einmal “Taliban”. Wie ein Taliban und gar ein Talibanführer von völlig sprach- und kulturunkundigen Bundeswehrangehörigen zu identifizieren wäre, ist sowieso rätselhaft, da sie ja keine Abzeichen tragen. Es reicht für ***de* also der Anruf eines IM und die Bezeichnung “Aufständische”, um…

Resultat: Nach dem Anwalt Popal, einem Cousin von Karsai und also kaum im Verdacht stehend, ein Talibanführer zu sein (aber wer weiß das schon? wenn ein “Informant” es anders sieht?), der immerhin ohne Sprachprobleme die Familien der Opfer kontaktieren konnte, wurden 168 Zivilisten, darunter viele Kinder und Frauen, aus der Totsicherheit der Luft heraus massakriert (siehe WAZ vom 27.11.2009). Fotos der zerfetzten und verbrannten Körper wie bei Terroranschlägen gab es natürlich nicht zu sehen. Es gibt aber (sicher verschwindend wenige) Deutsche, die sich diese Körper auch ohne Fotos vorstellen können (darunter die Leserinnen der Vorerinnerung).

Ist das nun ein Roman, ist das fiktional? Ja, es kommt so im Roman vor, aber es soll am 4. September 2009 auch von den ***de* der realexistierenden Bundeswehr realisiert worden sein. Das erscheint aber unglaublich, weil es sonst doch spontane Demonstrationen in dem Land geben müsste, das die Welt mit zwei Vernichtunsgkriegen überzogen hat. Der Ruf nach Rückzug der Bundeswehr aus diesem schmutzigen Vietnamkrieg müsste doch massenhaft erschallen. Die grüne Basis müsste doch ihre Führung zwingen, die weitere Unterstützung dieses Krieges sofort einzustellen – oder sie müsste, falls das nicht geschieht, sofort massenhaft aus dieser Partei austreten. Wenn es wahr ist, dann heißt das doch, dass demnächst wieder “die” Deutschen allesamt in der Welt als Angehörige eines skrupellosen militaristischen Plattmachervolkes betrachtet werden könnten; dass gesagt werden kann: Die haben aus ihrer Geschichte aber auch gar gar gar nichts gelernt – die haben sich keinen Deut geändert – die sind wieder genau die gleichen ***de* wie beim letzten und vorletztenmal.

Das zwingt uns zu einer vorsorglichen Klarstellung: Wir distanzieren uns ganz entschieden von den ***de*, die “gezielte Tötungen” nach Berichten von “Informanten” befehlen und dafür “Luftunterstützung anfordern”, um “Kollateralschäden zu minimieren”. Wir meinen eher: “Kollateralschädenminimierung” (auch “angemessene militärische Reaktion” genannt) ist ***de*tum, das nicht besser ist als Terror. Wir können nicht auf die nächste Gnade einer späten Geburt warten, weil wir schon geboren sind. Wir wollen jetzt sofort klarstellen, dass solche Kollateralschädenminimierungen zwar wieder “im deutschen Namen” erfolgen, nicht aber in unserem. Wer das ähnlich sieht, möge einen Comment machen.

Die Ursprünglichen Chaoten

Die Bologna-Mauer bröckelt, wankt – kann jetzt zum Fallen gebracht werden?

Mittwoch, Dezember 9th, 2009

Frau Wintermantel muss sich warm anziehen! Zwar verlässt sie sich auf ihren Betonkopf und mauert kräftig weiter, zusammen mit den anderen Betonköpfen der Wissenschaftsminister und Rektoren – aber ihre Bologna-Mauer bröckelt immer mehr, und nun beginnt sie zu wanken. Die Protestbewegung der Studis rennt weiter gegen die Mauer an, und nun ruft sogar Bernhard Kempen, Chef des Hochschulverbandes, zum Boykott der Akkreditierungsagenturen auf (siehe dazu auch hier drunter die Posts vom 25.11., 15.11. und 19.6. 2009). Es ist jetzt keine Utopie mehr: Die Mauer kann zum Fallen gebracht werden!

Was sind die letzten Hindernisse?

HINDERNIS NUMMER 1:  DIE WURZEL DES ÜBELS IST DIE VERPUNKTUNG – DAS IST NOCH NICHT KLAR GENUG.

Verpunktet oder nicht verpunktet sein, das ist die Frage! Alle Übel der Bologna-Mauer (Akkreditierung, Fast Knowledge und Verdummung, Dualisierung von Forschung und Lehre, von “Exzellenz” und akademischem Billiglohn-Prekariat) beruhen auf dem Fundamentalunsinn der Verpunktung von Intelligenz und Lernen (per Credit Points und Workloads). Wenn es etwas gibt, das sich nicht quantifizieren, also verpunkten lässt, dann sind es die Aha-Erlebnisse eines wirklichen Studiums. Wenn Frau Schavan, Frau Wintermantel und die ganze Betonköpfeschar jetzt in Panik rufen: Bologna heißt doch gar nicht nur 6 Semester Bachelor und jede Woche Prüfung, das haben wir doch nie so gesagt, dann lügen sie im entscheidenden Punkt der Verpunktung: Bologna heißt Verpunktung, und diese Mauer muss weg.

HINDERNIS NUMMER 2: DIE MEDIEN MAUERN MIT AN DER BOLOGNA-MAUER.

Selten hat es eine derart dreiste Manipulation fast aller Medien gegeben wie in der Frage der Bologna-Mauer. Oder wo in den Medien war schon mal für die Mehrheit der Bevölkerung sichtbar von Verpunktung, von Akkreditierung, von wirtschaftsnahen Hochschulräten usw. die Rede?

HINDERNIS NUMMER 3: DIE BERECHTIGTE ANGST DER BACHELOR-GENERATION.

Gegen die mutige Forderung einer “Kölner Erklärung” nach Abschaffung des BaMa-Systems gab es ängstliche studentische Stimmen. Nur allzu verständlich! Diese Studis haben ja das Bachelor-Studium aufnehmen müssen und haben jetzt berechtigte Angst, dass ihre einzigen Zeugnisse entwertet werden könnten.

DIESES HINDERNIS KANN AUSGERÄUMT WERDEN: DURCH FREIHEIT UND PLURALITÄT DER STUDIENGÄNGE!

Die unsäglichen, verpunkteten und verdummenden BaMa-Studiengänge sollen nach den Betonköpfen jetzt “nachgebessert” werden. Und warum erhielten die bewährten Studiengänge Diplom, Magister und Staatsexamen seinerzeit nie die Chance, nachgebessert zu werden? Warum wurden sie klammheimlich verboten? Und das unter dem ohrenbetäubenden Geschrei von Hochschulfreiheit und Nachfrageberücksichtigung? Ein einziges Mal können die Betonköpfe der Bologna-Mauer beim Wort genommen werden: Die Lösung ist sehr einfach: Diplom, Magister und Staatsexamen sind wieder freizuschalten, und die Studis können dann frei wählen zwischen diesen Studiengängen und den “reformierten”, d.h. verpunkteten BaMa-Studiengängen. Beide Optionen erhalten gleichermaßen die Möglichkeit der Nachbesserung (selbstverständlich gibt es neue Entwicklungen, vor allem durch die Computerisierung, die berücksichtigt werden müssen). Auch früher schon gab es die Möglichkeit von Erweiterungsprüfungen, etwa von Staatsexamen zu Magister oder umgekehrt – dementsprechend sollten Erweiterungsmöglichkeiten von BaMa zu Diplom/Magister/Staatsexamen und umgekehrt eröffnet werden. Die personellen Ressourcen stehen sofort  bereit, wenn die aufwendigen Akkreditierungsagenturen eingespart sind.

CHANCEN! CHANCEN! TÖNT ES AUS ALLEN MEDIEN – DAS HIER IST JETZT ENDLICH EINE CHANCE, DIE KEINE BLASE IST!

“Sollen wir eine Bank überfallen?” Aber Frau Wintermantel! Natürlich eine gründen! Und Bad Universities!

Mittwoch, November 25th, 2009

Margret Wintermantel, Chefin der deutschen Rektoren und -innen, Psychologin mit Forschung über Experten-Laien-Dialoge, erwies sich als kläglich unfähig zu einem solchen, als protestierende Studis ein Go-in machten. “Sollen wir denn eine Bank überfallen?” schrie sie die Studis an.

Aber Frau Wintermantel! Da sieht man, dass Sie den BA in Wirtschaft nicht packen würden: Sie sind nicht auf Exzellenzniveau, sonst wüssten Sie, dass seit langem die Faustregel gilt:

“Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?”

Deshalb gleich hier die entsprechende Multiple-Choice-Aufgabe für Sie:

Diese Faustregel wurde formuliert von:

A Friedrich von Schiller

B Josef Ackermann

C Ulrike Meinhof

D Jemand anderem

(1 Credit Point; mehrere Lösungen können richtig sein)

Wenn Sie nun diese Faustregel auf Exzellenzniveau kreativ auf Ihre zugegeben nicht ganz einfache Situation anwenden, ergibt sich folgendes: Ihre Bologna-Blase ist geplatzt (was die Ursprünglichen Chaoten in diesem Blog schon im Juni konstatiert hatten – jetzt sogar von der Fatz bestätigt). Aber nicht verzweifeln! Sie müssen jetzt ernst mit Ihrem Prinzip machen, dass Unis wie Wirtschaftsunternehmen zu führen sind. Was haben die Banken gemacht, als ihre Kredit-Blasen platzten? Sie haben Bad Banks gegründet und die toxischen Kredite darein ausgelagert. Dafür gab ihnen der Staat sofort ein paar hundert Milliarden, damit sie wieder frische Profite machen konnten.

Das ist doch die Lösung für Sie: Sie gründen Bad Universities und lagern die faulen Kredit-Punkte (Credit Points) zusammen mit den toxischen Bachelor-Studiengängen in diese Bad Universities aus: Dann wird Ihnen der Staat für die Exzellenzen ganz sicher die fehlenden Milliarden geben!

Die Ursprünglichen Chaoten, nach einer Idee des Unpolitischen Zwillings

“Es geht uns nicht um einen sofortigen Abzug”. Oder: Wie aus bösen Stasis gute Realos werden

Mittwoch, Oktober 7th, 2009

Man hätte es sich doch denken können! Nach dem veritablen Kollaps der Niemals-mit-der-Linken-SPD muss der Linken nach dem erfolgreichen Muster der Grünen jetzt ganz auf die Schnelle jeder noch verbliebene antihegemoniale Zahn gezogen werden, damit sie “regierungsfähig” wird – und als erstes der antihegemoniale Eckzahn. Was ist dieser Eckzahn? Natürlich die Ablehnung des deutschen Vietnamkrieges in Afghanistan. Denn daran hängt das ganze Prinzip weltweiter militärischer Interventionen der Bundeswehr. Und daran wiederum hängt “unsere” neue Rolle als Weltmacht (“gewachsene Verantwortung”) und führendes Mitglied der G7-Weltjunta. So sagen unsere Medien das natürlich nicht – sie sagen “Politikfähigkeit”, “Regierungsfähigkeit”, NATO-Verpflichtungen und dreimal dreitausendmal “Verantwortung”.

Also: Der Eckzahn muss raus. Meint Bodo Ramelow, beinahe heimlicher Regierungschef von Thüringen. Wem sagt er das? Natürlich der Springerpresse (Welt am Sonntag 4.10.2009). Nun könnte man denken: Landesregierungen haben sowieso nichts über Afghanistan zu entscheiden, warum weicht er da nicht einfach aus? Na weil es eben der Eckzahn ist, und das will die Hegemonie als erstes wissen – das hätte sie sogar von einem Kommunalpolitiker wissen wollen. Also bedient Ramelow beflissen und antwortet: “Uns geht es nicht um einen sofortigen Abzug.” Da kann sogar das niederländische Parlament einen fast sofortigen Abzug beschließen – die Niederlande sind nun mal kein Mitglied der G7-Weltjunta.

“Wie soll man die neue große Bundestagsfraktion der Linken bändigen, in der viele radikale Leute sitzen?” fragt die WamS weiter. Antwort: “Wir arbeiten mit Hochdruck daran.”

Stopp! Wer ist dieses “Wir”? Wer sitzt mitten in diesem “Wir” als Afghanistan-Spezialisten drin?  Da wird es spannend: Dadrin sitzen “Leute”, die für die Springerpresse ansonsten das schlechthin Böse sind: Alte SED- und (oh Graus!) sogar Stasi-Seilschaften! Das sind aber keineswegs die “radikalen Leute”, von denen die Rede war! Bitte nicht verwechseln! Diese Stasi-Seilschaften sind vielmehr neuerdings “Realos” – sie sind die unbedingt notwendigen “Realos”, die gebraucht werden, um eine Partei “politikfähig” zu machen. Damit das Szenario abspulen kann wie bei den Grünen.

Diese “Realos” der Linken haben auch einen “Vordenker”. Der war bekannter Stasi-Mann und heißt André Brie. Bei einem “Vordenker der Realos” ist Stasi aber keine Schande, sondern ganz im Gegenteil: Eine sehr gute Sache! Siehe dazu den Artikel “Der Vordenker dachte in die falsche Richtung” aus der Fatz vom 24.9.2009. Da erfahren wir nicht nur, dass er Stasi war, sondern auch, dass er Lafontaines Forderung nach dem Abzug aus Afghanistan “zu platt” findet! “Oft reiste er als Afghanistan-Beauftragter des Europaparlaments an den Hindukusch” – um dort mit der Bundeswehr die junge afghanische Demokratie aufzubauen! Wir verstehen: Es ist ja bei dieser Seilschaft nicht das erstemal: Die verstehen echt was von Afghanistan, die haben ja schon den Krieg der Sowjettruppen gegen die Taliban unterstützt, bis zum Endsieg! Die haben sich ihre Realoehrenmitgliedschaft nun wirklich unter großen Opfern verdient!

Bitte keine Verschwörungstheorie: Ramelow ist schließlich Wessi. Okay, als ob es keine genauso guten Wessi-Realos gäbe (siehe immer wieder die Geschichte der Grünen). Aber in dem “Wir” haben sich eben Wessirealos und Ossirealos zusammengefunden – und die Ossirealos sind alte SED- und Stasiseilschaften. Ramelows Büro zeigt das im Kleinen: seine Quasi-Chefsekretärin Marion Wallroth war Stasi. Das stört auch in ihrem Fall keine Springerpresse. Q.E.D.

Verteidigungsminister von A*: Wir verteidigen unsere Freiheit im Sauerland

Donnerstag, Juli 23rd, 2009

Der afghanische Verteidigungsminister erklärte gestern in Kabul vor der internationalen Presse, dass die afghanische Republikwehr ihre UNO-Mission in Deutschland bis zur völligen Stabilisierung fortsetzen wird. Afghanistan werde sich durch Terror nicht erpressen lassen. Es handle sich bei der laufenden Großoffensive gegen die sogenannten “Christwehren” im Sauerland nicht um einen Krieg. weil Terroristen keine Krieger seien, sondern Terroristen. Die Sicherheitslage in Deutschland habe sich allerdings verschlechert, so dass die afghanische Republikwehr noch wenigstens 5 bis 10 Jahre in Deutschland bleiben und der dortigen Polizei helfen müsse. Auf Fragen nach den Kosten dieser Mission erklärte der Minister lediglich, dass die Republikwehr im Sauerland die Freiheit Afghanistans verteidige. Auf Fragen nach den zivilen deutschen Opfern der Mission kündigte er an, dass die Familien der erschossenen Jugendlichen im Sauerland zügig großzügig und unbürokratisch von Afghanistan entschädigt würden. Eine Untersuchung werde eingeleitet, alles spreche aber für Notwehr der beteiligten Soldaten der Republikwehr.

(Was sind “Christwehren”? Nachzulesen in der “Vorerinnerung” (Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee, assoverlag)

Warum auch das in Vietnam kein Krieg war

Donnerstag, Juni 25th, 2009

Ist das da unten in A* nun ein Krieg? “Fallen” unsere Jungs da oder werden sie bloß “getötet”? Nein, sagt Jung, kein Krieg, keine Besatzung, werden doch Schulen gebaut und wird doch Demokratie stabilisiert; die Feinde sind keine Soldaten, sondern Terroristen.

Recht hat er, wie diejenigen bestätigen können, die alt genug sind, um sich an das daunten in Vietnam zu erinnern. Das war auch kein Krieg (schon allein deshalb, weil nie einer erklärt wurde – genau wie heute in A*) und auch keine Besatzung, sondern Hilfe für die blutjunge (nomen est omen) vietnamesische Demokratie. Den vietnamesischen Bauern wurde sogar intensiv geholfen: sie wurden aus den gefährlichen Gegenden rausgeholt und in “Dörfern des glücklichen Lebens” geschützt. Da gab es auch Schulen. Die gefährlichen Gegenden wurden dann mit Napalm und Agent Orange stabilisiert. Free fire zones. Wer stur dadrin geblieben war, hatte sich das selbst zuzuchreiben. Genau wie heute in A* waren die Feinde auch damals keine Soldaten, sondern Terroristen (“Vietcong” genannt). Sie terrorisierten die Bauern  so sehr, dass die nicht Krieg führenden Nicht-Besatzer ihnen helfen mussten. Sie taten das in aller Regel, indem sie “Luftunterstützung anforderten” (Kampfbomber und Kampfhubschrauber). Insofern ist es völlig einsichtig, dass heute auch in A* unsere Helfer-Jungs immer häufiger “Luftunterstützung anfordern” und Kampfhubschrauber für unverzichtbare pädagogische Instrumente halten, die sie lieber heute als morgen für ihre Aufbauarbeit einsetzen wollen.

Und noch was war schon damals genauso: Die Vietcong-Terroristen waren so abgefeimt, dass sie die amerikanische Innenpolitik beeinflussen wollten (so wie die Taliban heute unsere Wahlen). Und genauso wie damals gibt es auch heute darauf selbstverständlich nur eine Antwort: Nerven behalten, Durchhalten, nicht erpressen lassen. (Darin sind wir Deutschen doch wirklich die Erfahrensten überhaupt auf der Welt.) Also: den Nicht-Krieg eskalieren! Der Erfolg ist uns sicher: Schließlich herrscht auch in Vietnam ja seit langem eine blühende stabile Demokratie.

Eine “unsägliche Schande” ist es also, nicht bedingunglos hinter unseren Jungs zu stehen und den Rückzug der Bundeswehr aus A* zu fordern, um deren Leben vorm Blutzoll zu bewahren.  Auch daran erinnern wir uns sehr gut, weil wir alt genug sind: wir,

Die Ursprüglichen Chaoten

Kurras, die Offenbarung und das Siebente Siegel

Montag, Juni 8th, 2009

Nicht nur die Welt der Wirtschaft wird theologisch, wenn das Siebente Siegel geöffnet wird („Offenbarungseid“) – auch die Welt der Dienste. Ihr Siebentes Siegel ist das Doppelagententum. Kurras habe, so die neueste Offenbarung Sanctae Mariae Annae, mindestens 5 nach Westen “desertierte” Ost-Agenten (also Doppelagenten: oder hatten sie sich im Osten offiziell abgemeldet?) hochgehen lassen (alias offenbart). Mindestens einer davon habe sich einem britischen Dienst (welchem?? Siebentes Siegel!!) „offenbart“. Woher aber wusste Kurras von dieser unter dem Siebenten Siegel der westlichen Dienste stehenden Offenbarung? Und nicht nur von dieser? War Kurras ein echter Prophet mit der Gabe des Zweiten Gesichts? Und warum konnten ihm die westlichen Dienste einfach nicht auf die Schliche kommen, obwohl sie Verdacht geschöpft haben sollen?

Candide (kennen wir nicht!) – Candide würde jetzt blauäugig, wie er ist, vorschlagen: Dann öffnet doch einfach auch die Sieben Siegel der westlichen Dienste! Darin müssen doch die noch fehlenden Offenbarungen stecken! Candide kennen wir nicht.

SCHLAG enthüllt

Dienstag, Mai 26th, 2009

SCHLAG enthüllt: SCHLAGs SCHLAGzeilen gegen Rudi Dutschke kamen von der Stasi!

Jetzt ist es raus: Die Stasi ist aber auch vor gar nichts zurückgescheut! Sie hat sogar SCHLAG manipuliert, was SCHLAG jetzt exklusiv enthüllt!! Lesen Sie das Exklusiv-Interview von SCHLAG mit dem Stasiexperten X. TASY:

SCHLAG: Stimmt es, dass damals 68 die SCHLAGzeilen von SCHLAG gegen Rudi Dutschke und gegen 68 von der Stasi ausgebrütet worden sind?

X. TASY: Daran kann aufgrund der Aktenlage kein Zweifel mehr bestehen.

SCHLAG: Was wollte die Stasi damit erreichen?

X. TASY: Eine Pogromstimmung gegen Rudi Dutschke und die ganze 68-Bewegung. Dadurch sollte unsere Demokratie sturmreif geschossen werden.

SCHLAG. Wusste Axel Springer davon?

X. TASY: Natürlich nicht. Er wurde von der Stasi skrupellos manipuliert.

SCHLAG: Wie konnte das passieren?

X. TASY: Dazu muss man daran erinnern, dass Axel Springer wie kein Zweiter von der Stasi gehasst wurde.

SCHLAG: Warum?

X. TASY: Sie hat ihn fürchterlich beneidet, weil er ihr, was Leistungen in Manipulation angeht, eigentlich weit überlegen war. Demokratische Manipulation leistet eben einfach mehr als diktatorische Manipulation. Die spielen einfach nicht in der gleichen Liga.

SCHLAG: Wie war es dann möglich?

X. TASY: Nur durch die absolut größte Skrupellosigkeit: indem die Stasi der SCHLAGzeitung demokratische SCHLAGzeilen unterjubelte! Die SCHLAGzeilen gegen Rudi Dutschke und 68 waren ja astrein demokratisch!

SCHLAG: Haben denn meine Kollegen von der Redaktion damals gar nichts gemerkt?

X. TASY: Sie konnten das ja gar nicht merken, weil sie als in der Wolle gefärbte Urgesteine von Demokratie eine derartige Skrupellosigkeit einfach nicht fassen konnten. Sie hielten die SCHLAGzeilen gegen Rudi und seine Fans deshalb natürlich für astrein demokratisch, weil sie das ja auch waren, und hätten nie im Träume erraten können, dass hinter diesen astrein demokratischen SCHLAGzeilen diktatorische Abgefeimtheit steckte.

SCHLAG: Grässlich.

X. TASY: Das Abgefeimteste war ja eben, dass die Stasi sich hinter astrein demokratischen Parolen versteckte.

SCHLAG: Fürchterlich. Gottseidank, dass es keine Stasi mehr gibt. Ich bin mir nicht sicher, ob sie mich nicht auch manipuliert hätten, weil ich ja auch ein Urgestein von in der Wolle gefärbter Demokratie bin und deshalb auch nichts merken könnte. Ich orientiere mich heute noch oft an unseren meisterhaften SCHLAGzeilen von damals!

(Mehr Satirisches über die SCHLAGzeitung und überhaupt über den Kampf zwischen der 68er Bewegung und SCHLAG in der „Vorerinnerung“: „Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee“, assoverlag Oberhausen.)

Kurras und Verschwörungstheorie: War Springer Stasiagent?

Samstag, Mai 23rd, 2009

Dass Kurras Stasi-Kontaktmann war, gibt wirklich zu denken!

Dass die ganze Protestbewegung von 1968 von der Stasi provoziert wurde, ist völlig normal und keinerlei Verschwörungstheorie.

Dass Kurras in Zeiten des KPD-Verbots als Polizist auf eigene Faust und ohne Auftrag des politischen Kommissariats der Berliner Polizei, ja sogar ohne dessen Kenntnis, locker SEW-Mitglied und Stasi-Kontaktmann sein konnte, war völlig normal. Jeder Zweifel daran ist Verschwörungstheorie.

Dass die Justiz in zwei Kurras-Prozessen seinerzeit nicht herauskriegen konnte, was nun die Spatzen von den Dächern pfeifen, nämlich dass der Angeklagte SEW-Mitglied (und insofern selbstverständlich Kontaktmann zu Ostberlin) war, ist völlig normal und keinerlei Verschwörungstheorie.

Dass auch BILD das nicht herauskriegen konnte, ist völlig normal und keinerlei Verschwöungstheorie.

Dass der Osten im Westen mit Kontaktmännern arbeitete, ist völlig normal und keinerlei Verschwörungstheorie – dass der Westen im Osten mit Kontaktmännern arbeitete, ist undenkbar und ist reine Verschwörungstheorie. (Sonst hätte das doch in BILD gestanden!)

Dass es westliche Doppelagenten gab, ist bloß ein Gag von James Bond – in Wirklichkeit ist das undenkbar und reine Verschwörungstheorie. (Sonst hätte das doch in BILD gestanden!)

Dass Kurras ein West-Stasi war, ist völlig normal und keinerlei Verschwörungstheorie – dass er das im Auftrag von West-Diensten gewesen sein könnte, ist undenkbar und reine Verschwörungstheorie – sonst hätte das doch in der BILD-Zeitung gestanden!

Wenn das alles normal ist, wäre es allerdings auch normal, dass der Dutschke-Attentäter Josef Bachmann ebenfalls Stasi-Agent war und dass sogar Axel Springer die ganze Hetze von BILD gegen die Bewegung im Auftrag der Stasi orchestriert haben dürfte. Noch Fragen zu Verschwörungstheorie? („Dann wäre es doch notwendig, außer den Stasiakten endlich auch die Akten der westlichen Dienste öffentlich zugänglich zu machen?“ – Wie kann man bloß eine solch verschwörungstheoretische Idee spinnen: davon distanzieren wir uns entschieden!)

Ja, das gibt alles sehr zu denken!

Und man bekommt die richtige Perspektive auf solche Sachen, wenn man die Vorerinnerung (Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee) ordert und liest. Darin z.B. das Kapitel „Zwillingsgeschichte AOK (= Ausländer-Overkill), prognostische Simulation von 1975 auf 1988“ – dort geht es um Dienste und um ihre Versuche, an der Geschichte herumzufummeln. Dabei wird auch klar, wer die Verschwörungstheoretiker sind und warum sie der Geschichte mit all ihrem Fummeln letztlich nicht beikommen können. Das alles ist satirisch und gibt viel zu lachen. Und nach der Lektüre sieht man unsere Medienwirklichkeit mit anderen, vergnüglich-ernsten Augen.

Ein Witz?

Dienstag, Mai 19th, 2009

Staatsanwaltschaft

Anklageschrift

 

Die WAZ wird angeklagt, am 25.6. 1998 im gesamten Verbreitungsgebiet der WAZ öffentlich zu rechtswidrigen Taten, nämlich zur Begehung gefährlicher Körperverletzungen bis hin zu Mord sowie zu Verstößen gegen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgerufen zu haben.

 

Der Angeschuldigten wird Folgendes zur Last gelegt:

 

Die Angeschuldigte ist Betreiberin der größten regionalen Tageszeitung der Bundesrepublik Deutschland.

 

Im Vorfeld der Bundestagswahl 1998 veröffentlichte sie am 25.6.1998 unter dem Titel „…noch jemand aus dem Weg“ eine grafische Darstellung, in der der Wettbewerb zwischen Wolfgang Schäuble und Volker Rühe um die Kanzlerkandidatur der CDU mit der grafischen Darstellung eines Panzerangriffs von Rühe auf den Behinderten Schäuble dargestellt wurde.

In einer sogenannten Gedankenblase Rühes wurde derselbe auf dem Kanzlerstuhl dargestellt. Panzerangriff, Gedankenblase und die Unterschrift „… noch jemand aus dem Weg“ bilden den wesentlichen Zusammenhang der grafischen Darstellung.

waz_panzer

 

Diese Form der Darstellung im Zusammenhang mit dem vorgenannten Titel beinhaltet den Aufruf, die demokratische Chance des behinderten Wolfgang Schäuble auf Kanzlerkandidatur und Kanzlerschaft durch die Vornahme der Androhung von extremen Gewalttätigkeiten (Panzerangriff auf Rollstuhl) zu verhindern oder sonst ihre Durchführung zu vereiteln, und stellt sich gleichzeitig als Aufruf an Rühe und seine Unterstützerinnen und Unterstützer dar, im Wahlkampf schwere Panzer, die ihrer Art nach zur Verletzung und Tötung von Personen und/oder zur Beschädigung von Sachen geeignet und bestimmt sind, ohne behördliche Ermächtigung mit sich zu führen und diese zur Begehung von Vergehen der gefährlichen Körperverletzung oder gar der Tötung von Personen, darunter eines Behinderten, einzusetzen. Der Titel „… noch jemand aus dem Weg“ spielt auf die volkstümliche Redewendung „jemanden aus dem Weg räumen“ an und stellt damit zweifelsfrei sogar einen Aufruf zum Mord dar. W. Staatsanwältin

Ein Witz? Ja, aber ein ernstgemeinter von Staatsanwältin W.: man setze nur statt der „grafischen Darstellung“ aus der WAZ einen Comic mit Torte und Lunte aus dem Internet-Forum bo-alternativ und statt der WAZ Martin Budich ein, und alles ist kein Witz mehr, obwohl der größte Witz des beginnenden Jahrhunderts. Staatsanwältin W. weiß nicht, dass Karikaturen Konflikte symbolisch darstellen und dazu groteske Übertreibungen als ihr wesentliches Mittel einsetzen müssen. „Panzer“ bedeutet symbolisch „große Entschlossenheit“  (und nicht: realer Panzereinsatz !!!) – Torte mit Lunte bedeutet symbolisch „Entschlossenheit mit Spaß“ (erheblich kleinere als Panzer!!!), und nicht realen Terrorismus!

Man muss schon nicht bloß völlig humorlos, sondern außerdem diskursanalytisch eine Null sein, um derart danebenhauen (keine Unterstellung, Statsanwältin W. habe wirklich zugeschlagen!!) zu können.

Aber vielleicht muss folgendes zur Erklärung dieses Danebenhauens hinzugefügt werden: Vermutlich ist sie so sozialisiert worden, dass sie das Axiom „linksextrem = rechtsextrem“ für die eigentliche Grundlage sowohl des GG wie des StGB hält; und dass sie also meint, „Linksextreme“ müssten immer und egal in welchem Zusamnenhang genauso schlimm sein wie „Rechtsextreme“ (oder noch ein bisschen schlimmer). Rein mathematisch folgt aus ihrem Axiom aber, da „extrem“ = „extrem“, die Gleichung „links = rechts“ – und dann hätten wir gar keine Wahl mehr! Und die Parole „Mehr Demokratie wagen“ wäre wohl „linksextrem“, oder?