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	<title>Bangemachen gilt nicht. &#187; Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)</title>
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	<description>(Nicht) normale Zeiten! — kultuRRevolutionäre Zeiten?</description>
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		<title>Quizfrage an die Plasberg-Runde</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 13:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Ende seiner Sarrazin-Show hatte Plasberg seinem Stargast einen großen Abgang präpariert: Der hatte in seinem sofort zum Bestseller aufgeputschten Manifest für den Protonormalismus die Prognose getätigt, in 100 Jahren werde in Deutschland, und zwar wegen der sich so stark vermehrenden muslimischen &#8220;Population&#8221;, niemand mehr wissen, von wem das Gedicht &#8220;Wanderers Nachtlied&#8221; sei. Plasberg spielte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Ende seiner Sarrazin-Show hatte Plasberg seinem Stargast einen großen Abgang präpariert: Der hatte in seinem sofort zum Bestseller aufgeputschten Manifest für den Protonormalismus die Prognose getätigt, in 100 Jahren werde in Deutschland, und zwar wegen der sich so stark vermehrenden muslimischen &#8220;Population&#8221;, niemand mehr wissen, von wem das Gedicht &#8220;Wanderers Nachtlied&#8221; sei. Plasberg spielte einen Test von einem Essener Gymnasium ein: niemand, auch nicht &#8220;deutsche&#8221; Deutschlehrer, wusste es (schon jetzt). Daraufhin durfte der Stargast es aufsagen. Auffällig war weniger das Fehlen eines Verses als vielmehr der bürokratische Leierton, der an den von muslimischen Kindern erinnerte, die den unverstandenen Koran auch bloß &#8220;auswendig lernen&#8221; können .</p>
<p>Nun aber ein Gedankenexperiment: Angenommen es wäre möglich (kontrafaktisch angenommen!), jemand wirklich &#8220;Gebildeter&#8221; und wirklich &#8220;Intelligenter&#8221; hätte von Plasberg eingeladen werden können. Dann hätte er Plasberg, seinem Star und den übrigen Eingeladenen folgende Frage stellen können:</p>
<p>Von welchem Dichter stammt das folgende Zitat:</p>
<p>&#8220;Der Dichter betrachtet sich als einen Reisenden. Schon ist er im Orient angelangt. Er freut sich an Sitten, Gebräuchen, an Gegenständen, religiösen Gesinnungen und Meinungen, ja er lehnt den Verdacht nicht ab, daß er selbst ein Muselmann sey.&#8221;</p>
<p>?? (Auflösung vielleicht in einem späteren Eintrag. Natürlich kann auch eine von den vermutlich verzweifelt wenigen Leserinnen dieses Blog die Antwort eintippen. Das wäre dann mal wieder ein &#8220;Comment&#8221;.)</p>
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		<title>&#8220;Migrantinnen und Migranten&#8221;: In diesem Zeichen können sie nur verlieren</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 07:30:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Normalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun verteidigen sie ihre &#8220;Migrantinnen und Migranten&#8221; gegen Sarrazin, unsere Migrantinnen- und Migranten-Forscherinnen und -forscher, verliebt wie sie sind in ihren Begriff &#8220;Migrantinnen und Migranten&#8221;. Der klingt ja auch so wissenschaftlich, genau wie Repräsentant und Signifikant. Damit kann man vielleicht sogar Exzellenz werden, mit der Migrantinnen- und Migrantenforschung, insbesondere der Migrantinnen- und Migranten-Kinder-Defizite-Forschung. Bloß: Warum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun verteidigen sie ihre &#8220;Migrantinnen und Migranten&#8221; gegen Sarrazin, unsere Migrantinnen- und Migranten-Forscherinnen und -forscher, verliebt wie sie sind in ihren Begriff &#8220;Migrantinnen und Migranten&#8221;. Der klingt ja auch so wissenschaftlich, genau wie Repräsentant und Signifikant. Damit kann man vielleicht sogar Exzellenz werden, mit der Migrantinnen- und Migrantenforschung, insbesondere der Migrantinnen- und Migranten-Kinder-Defizite-Forschung. Bloß: Warum kommt das bei &#8220;den Menschen&#8221; (Angela Merkel) irgendwie schlecht an und wirkt vielleicht sogar wie Wasser auf Sarrazins Mühle?</p>
<p>Weil es die Anten in der deutschen Sprach-, Diskurs- und Kulturgeschichte so in sich haben. Im Prinzip ist die Endung natürlich ganz harmlos: abgeleitet per Analogie aus dem Latein bzw. aus romanischen Sprachen, im Prinzip wie Student. Im Prinzip eben oft wissenschaftlich (spezialdiskursiv). Aber wie die Kontingenz gerade auch in der Sprachgeschichte so spielt: Im Deutschen haben die Anten seit langem, seit den Vaganten und (ursprünglichen) Protestanten, zunehmend einen ausgrenzenden und negativen Beigeschmack bekommen. Man muss das ganz statistisch sehen. Es handelt sich um typische, auszugrenzende Gruppen:</p>
<p>1. die Alltags-Anten: Bummelanten, Denunzianten, Dilettanten, Ignoranten, Intriganten, Mogelanten, Mutanten, Pedanten, Querulanten, Schmieranten, Simulanten, Simultanten (ganz neu), Spekulanten, Trabanten.</p>
<p>2. die psychiatrisch &#8220;Devianten&#8221;: Deliranten, Denunzianten, Flagellanten, Halluzinanten, Intriganten, Komödianten, Konfabulanten, Masturbanten, Querulanten, Simulanten, Skrupulanten, Suizidanten.</p>
<p>Ich überspringe die juristischen und unmündigen Anten und komme 3. zu den politischen/rassistischen: Degeneranten (AH in &#8220;Mein Kampf&#8221;), Devianten, Diversanten, Kapitulanten, Kollaboranten, Militanten, Minusvarianten, Optanten, Sympathisanten.</p>
<p>Und 4. zu den Minderheiten, darunter unseren &#8220;Migrantinnen und Migranten&#8221;: Assimilanten, Asylanten, Emigranten, Exulanten/Exilanten, Immigranten &#8211; MIGRANTEN.</p>
<p>Assimilanten wurden die &#8220;Westjuden&#8221; genannt, bis zur Vergasung (im doppelten Sinne). Asylanten klang (so spielt der Zufall aus Deutschland) ganz ähnlich , bis sie durch die GG-Änderung erheblich weniger wurden.</p>
<p>Aber da sprangen rechtzeitig die MIGRANTINNEN UND MIGRANTEN in die Bresche &#8211; und wurden durch die Migrantinnen- und Migranten-Forscherinnen und -forscher besonders als wissenschaftlich geadelt. Man überlege mal: Ab der wievielten Generation hören Migranten mit deutscher Staatsangehörigkeit bzw. mit Aufenthalt in Deutschland eigentlich auf, solche zu sein? Und warum sind &#8220;deutschstämmige Spätaussiedler&#8221; (jedenfalls in den meisten Kontexten) keine Migranten? Der semantische Effekt ist jedenfalls klar: MIGRANTEN sind jene Menschen, die ewig &#8220;migrieren&#8221;, weil &#8220;wurzellos&#8221;, ewig &#8220;zwischen den Rassen&#8221; (Heinrich Mann), immer markiert als &#8220;nicht zur WIR-Gruppe zählend&#8221;. Warum scheut der &#8220;deutsche&#8221; Diskurs die sehr deutschen Signifikanten EINWANDERER UND EINWANDERINNEN wohl so sehr? So sehr, dass er selbst dort, wo er ein deutscheres Wort als &#8220;Migranten&#8221; vorzieht, pedantisch und skrupulantisch &#8220;Zuwanderinnen und Zuwanderer&#8221; sagen muss? (Während er Auswanderer glatt über die Zunge bringt &#8211; und nicht etwa Abwanderer sagen muss.)</p>
<p>Etwas theoretischer gefasst: Die Anten gehören diskurshistorisch zum Protonormalismus, d.h. zu jener Auffassung von &#8220;Normalität&#8221;, die auf starren Grenzen von Normalitäts-Klassen auch innerhalb einer &#8220;Population&#8221; beruht. (Ausführlich dargestellt im &#8220;Versuch über den Normalismus&#8221;.) Also genau zu jener Spielart des Normalismus, für die Sarrazin plädiert, deren Wiederbelebungs-Manifest er gerade publiziert hat. Wenn irgendeinem, dann passen ihm die MIGRANTINNEN UND MIGRANTEN glatt ins Konzept &#8211; egal ob gegen oder &#8220;für&#8221; sie plädiert wird.</p>
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		<title>Sarrazin? Dazu jetzt definitiv die &#8220;Zwillingsgeschichte Zwillingsforschung&#8221; lesen!</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 13:47:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Normalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vorerinnerung (Roman)]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Leserinnen dieses Blogs gibt es zu Sarrazin ja wirklich nichts Neues (siehe Einträge vom 13.8.2010 und den ausführlichen vom 8.10.2009). Schirrmachers überwiegend kluger Kommentar in der FAS vom 29.8. 2010 zeichnet die Archäologie der lärmenden S-Diskursblase korrekt als mehr als hundertjährig alt und abgekupfert nach, als ob Schi. dieses Blog oder den &#8220;Versuch über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für Leserinnen dieses Blogs gibt es zu Sarrazin ja wirklich nichts Neues (siehe Einträge vom 13.8.2010 und <a href="http://bangemachen.com/2009/sarrazins-protonormalistisches-manifest-und-der-gespaltene-v-trager/">den ausführlichen vom 8.10.2009</a>). Schirrmachers überwiegend kluger Kommentar in der FAS vom 29.8. 2010 zeichnet die Archäologie der lärmenden S-Diskursblase korrekt als mehr als hundertjährig alt und abgekupfert nach, als ob Schi. dieses Blog oder den &#8220;Versuch über den Normalismus&#8221; gelesen hätte: Stichworte Galton, Herrnstein-Murray, Zwillingsforschung, IQ-Theorien, kritisch dazu Stephan Gould usw. Die uralten Kamellen der endlosen Nature-Nurture-Geschichte: ob fifty-fifty oder eighty-twenty usw. Die monozygoten Zwillinge usw. Natürlich darf heute das &#8220;Gen&#8221; (&#8220;das hat der S. nun  mal in den Genen!&#8221;) statt des galtonschen &#8220;gemmule&#8221; nicht fehlen, einschließlich des Juden-, Deutschen- und Türken-Gens. S. wird sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus verteidigen: Er hat schon in dem Lettre-Interview betont, dass das Juden-Gen einen höheren IQ (nicht niedrigeren wie das Türken-Gen) als selbst das durchschnittliche Deutschen-Gen impliziere: so what?</p>
<p>Wenn Schi. allerdings mit dem korrekten Hinweis auf den angelsächsischen Ursprung der gesamten Debatte folgert: Rassismus sei das keineswegs, so scheint er &#8220;demokratischen&#8221; Rassismus per se für unmöglich zu halten: Genau den gibt es aber! Nicht nur in Deutschland, auch in den USA und in Schweden wurden &#8220;Minderwertige&#8221; in den 1920er und 1930er Jahren aus &#8220;eugenischer Indikation&#8221; sterilisiert &#8211; ganz &#8220;demokratisch&#8221;.</p>
<p>Bekanntlich sagte Karl Kraus 1933 mit makaber-sarkastischer Ironie, ihm &#8220;falle zu Hitler nichts ein.&#8221; Damit meinte er, das Thema sei zu ernst, um mit journalistischen &#8220;Einfällen&#8221; (wie sie jetzt wieder zu S. ins Kraut schießen) &#8220;bewältigt&#8221; zu werden. (Er schrieb ja dann den großen Essay, in dem er &#8220;den Fußbreit Leben, zwischen Phrasen und Gasen&#8221;, zu verteidigen suchte &#8211; bekanntlich erfolglos: Nach den Phrasen kamen die Gase.)</p>
<p>So gefährlich ist die durch S. markierte Lage sicher nicht. Wir sind nicht auf makaber-sarkastisches Lachen zurückgeworfen, wir können noch ganz heiter und schallend lachen über diesen S. , der ganz offensichtlich überzeugt ist, ein Genie-Gen zu besitzen, weil er einige mittelschwere Statistik-Kurse erfolgreich überstanden hat. Das ist &#8220;definitiv&#8221; der Moment für alle, die es noch aufgeschoben haben, das Kapitel &#8220;Zwillingsgeschichte Zwillingsforschung&#8221; aus dem Roman &#8220;Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee. Eine Vorerinnerung&#8221; (asso-Verlag Oberhausen, S. 255-281) zu lesen. Dort ist der Fall S. mit dem Genie-Gen eines Zwillingsforschers haarklein vorerinnert, und schallendes Lachen ist garantiert. Es ist gleichzeitig ein aktueller Einstieg in die Lektüre dieses angeblich &#8220;schweren&#8221; Romans: Man kann doch einfach mit den satirischen Zwillingsgeschichten anfangen.</p>
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		</item>
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		<title>Übertreibt die &#8220;Sprache&#8221; des Generals Petraeus? Ganz im Gegenteil!</title>
		<link>http://bangemachen.com/2010/ubertreibt-die-sprache-des-generals-petraeus-ganz-im-gegenteil/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 09:06:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Drones'n'Drugs]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun hat der Chef aller Afghanistan-Truppen, auch der Bundeswehr, eine Art feierliches Manifest für die große, für die 2. Jahreshälfte geplante Eskalation veröffentlicht. Darin herrscht eine &#8220;Sprache&#8221;, die angeblich nur &#8220;amerikanisch&#8221; und nicht &#8220;deutsch&#8221; ist. Zum Beispiel werden die NATO-Soldaten, also auch unsere Jungs, aufgefordert, die Taliban &#8220;ins Fleisch zu beißen&#8221; (wörtlich &#8220;ihre Zähne ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun hat der Chef aller Afghanistan-Truppen, auch der Bundeswehr, eine Art feierliches Manifest für die große, für die 2. Jahreshälfte geplante Eskalation veröffentlicht. Darin herrscht eine <a title="petr" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709567,00.html">&#8220;Sprache&#8221;, die angeblich nur &#8220;amerikanisch&#8221; und nicht &#8220;deutsch&#8221; ist.</a> Zum Beispiel werden die NATO-Soldaten, also auch unsere Jungs, aufgefordert, die Taliban &#8220;ins Fleisch zu beißen&#8221; (wörtlich &#8220;ihre Zähne ins Fleisch zu schlagen&#8221;). <a title="spd" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709838,00.html">Davon distanzieren sich einige deutsche Hindukuschstürmer </a>- aber nur von dieser &#8220;Sprache&#8221;, nicht von der geplanten Groß-Eskalation.</p>
<p>Was hätte aber Karl Kraus dazu gesagt? Er hätte zweifellos festgestellt, dass die so skandalöse &#8220;Sprache&#8221; nicht über-, sondern untertreibt!  Schön wäre es für die Taliban, wenn sie von unseren Jungs nur gebissen würden &#8211; da hätten sie eine Chance zu überleben. Sie könnten mit den Bisswunden in ein Gefangenenlager kommen. Tatsächlich aber sollen sie &#8220;gezielt getötet&#8221; werden &#8211; nicht mit Gebiss, auch nicht mit der Hand, überhaupt nicht mit Körper gegen Körper, sondern mit Drohnen, die von Texas aus auf ihre Ziele gelenkt werden. Oder mit Panzerhaubitzen der Bundeswehr. Immerhin wollte Petraeus mit seiner volkstümlichen Metapher ausdrücken, dass ein schmutziger Entscheidungskampf bevorsteht.</p>
<p>Eklig ist übrigens diese nationalistische &#8220;Sprachkritik&#8221; &#8211; ausgerechnet aus &#8220;deutschen&#8221; Mündern. Als ob diese Politiker nicht dieselben wären, die sich auf allen gutbezahlten Posten &#8220;Leute mit Biss&#8221; wünschen. Soviel zur sauberen deutschen &#8220;Sprache&#8221;.</p>
<p>Der springende Punkt ist doch ein ganz anderer: Auch die &#8220;Kritiker&#8221; loben Petraeus über den grünen Klee dafür, dass er auch gesagt hat, &#8220;Zivilisten&#8221; sollten geschont werden, und nur &#8220;Taliban&#8221; gejagt und zur Strecke gebracht. Aber woher sollen die Jungs wissen, wer &#8220;Taliban&#8221; sind? Das kriegen sie &#8220;von oben&#8221; gemeldet, als ein &#8220;target&#8221;. Und dieses &#8220;target&#8221; wird durch Denunziation von anonymen &#8220;Informanten&#8221; produziert &#8211; von keinem Soldaten, auch keinem &#8220;Elite-Soldaten&#8221;, kontrolliert und kontrollierbar. Capture or kill (aus der Luft und mit Haubitze usw. nur kill) &#8211; ohne Identifikation, ohne Anklage, ohne Urteil, aber &#8220;gezielt&#8221; (targeted). Oft liegen da dann Dutzende Leichen. Und als Collateral Damage (&#8220;Zivilisten&#8221;) gelten dann ausschließlich Frauen, weibliche Kinder und männliche Kinder unter 13 (ab da sind auch sie &#8220;feindliche Kämpfer&#8221;). Von Wikileaks tausendfach dokumentiert.</p>
<p>Ist das wirklich übertrieben, wenn das &#8220;beißen&#8221; genannt wird?</p>
<p>Es gibt eine kleine Möglichkeit zu reagieren: den <a href="http://www.afghanistanappell.de" target="_blank">Appell &#8220;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#8221; unterzeichnen (hier gleich im Netz),</a> falls nicht schon geschehen.</p>
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		<title>Wikileaks bestätigt überwältigend den Appell &#8220;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 12:42:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Drones'n'Drugs]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Veröffentlichung von fast 92000 Geheimberichten von der Afghanistanfront an das Pentagon ist ein außerordentliches, ein wirklich historisches diskursives Ereignis. Wikileaks wird ab jetzt ähnlich von den Diensten gejagt werden wie die &#8220;Taliban&#8221; &#8211; es wird dann dringend die aktive Unterstützung aller Kriegsgegner/innen brauchen. Dabei ist das Wichtigste (wie auch bei Afghanistan insgesamt) das Problem, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Veröffentlichung von fast 92000 Geheimberichten von der Afghanistanfront an das Pentagon ist ein außerordentliches, ein wirklich historisches diskursives Ereignis. Wikileaks wird ab jetzt ähnlich <a title="wiki" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709446,00.html">von den Diensten gejagt </a>werden wie die &#8220;Taliban&#8221; &#8211; es wird dann dringend die aktive Unterstützung aller Kriegsgegner/innen brauchen. Dabei ist das Wichtigste (wie auch bei Afghanistan insgesamt) das Problem, wie es erreicht werden kann, die veröffentlichte Meinung zu zwingen, die öffentliche Meinung zu verbreiten.</p>
<p>NICHTS NEUES?</p>
<p>Obama bzw. seine Sprecher behaupteten nach außen, die Dokumente im Netz &#8220;brächten nichts Neues&#8221;. Das ist in einer bestimmten Hinsicht wahr, in allem Wesentlichen aber falsch. Wahr ist, dass die Struktur des Krieges, der auf den Speerspitzen von &#8220;gezielten Tötungen&#8221; und Drohnen beruht, jedem bekannt sein konnte, der seine Augen nicht aus Angst vor den Konsequenzen verkleisterte. Was die Grünen Hindukuschstürmer den Kriegsgegnern vorwarfen, nämlich &#8220;wegzukucken&#8221;, das haben sie selber praktiziert und praktizieren es selbst jetzt noch, selbst nach Wikileaks, weiter. Einer der vielen Beweise dafür, dass wir die wesentlichen, strukturellen Wahrheiten der 92000 Dokumente bereits vorher wissen konnten, bilden die früheren Einträge dieses Blogs und bildet der <a href="http://www.afghanistanappell.de" target="_blank">Appell &#8220;HERAUS AUS DER SACKGASSE IN AFGHHANISTAN!&#8221;</a></p>
<p>ZUR ERSTEN AUSWERTUNG DES &#8220;SPIEGEL&#8221;</p>
<p>In einer ersten Auswertung (Ausgabe vom 26. Juli 2010) konzentriert sich der &#8220;Spiegel&#8221; auf die &#8220;Elitekrieger&#8221;-Einheit &#8220;Task Force 373&#8243; und stellt ihre &#8220;Talibanjagden&#8221; mit den &#8220;gezielten Tötungen&#8221;, in hohem Maße unter Einsatz von Drohnen, dar. Dabei erweckt er mehrere falsche Eindrücke und verschweigt einen ganz wesentlichen Punkt. Falscher Eindruck 1: Die zweifelsfrei zivilen Opfer &#8220;gezielter Tötungen&#8221; werden zugunsten angeblich &#8220;legitimer&#8221; Ziele total heruntergespielt (nur ein Beispiel eines Massakers an 7 Kindern wird gegeben) &#8211; &#8220;positiv&#8221; dagegen eine Liste &#8220;echter&#8221; Taliban, wenn auch zugegebenermaßen teilweise aus dem &#8220;Mittelbau&#8221; der Taliban &#8211; &#8220;Mittelbau der Taliban&#8221;!!! Falscher Eindruck 2: Die Popularität der Taliban beruht auf Geld, das sie bieten. Klar ist: dass die Welt-Junta überhaupt noch Unterstützer findet, beruht auch auf Geld. Geld gegen Geld &#8211; aber dann ist da noch der kleine Unterschied muslimische Einheimische gegen christliche Fremde. Falscher Eindruck 3: Eigentlich liegt die miese Lage der NATO trotz überwältigend &#8220;effektiver gezielter Tötungen&#8221; daran, dass der pakistanische Geheimdienst ISI und besonders dessen früherer Chef Gul die Taliban unterstützt. Im Vietnamkrieg bekam der &#8220;Vietcong&#8221; angeblich entscheidende Unterstützung aus Kambodscha &#8211; die USA rückten in Kambodscha ein &#8211; und brachten dadurch die Roten Khmer an die Macht.  Falscher Eindruck 4: Die Deutschen sind (mal wieder) ahnungslos &#8211; Das wird gemeldet! Herr Lehrer! Die Amis haben das gemacht!</p>
<p>DER WESENTLICHE PUNKT VERTUSCHT: KOLLABORANTEN, INFORMANTEN, DENUNZIANTEN, INFILTRANTEN</p>
<p>Zwar ist auch in den vom &#8220;Spiegel&#8221; angeführten Dokumenten selbstverständlich in praktisch jedem Bericht vom &#8220;Informanten&#8221; , zuweilen sogar von &#8220;Spitzeln&#8221; die Rede. Zitiert wird ein solcher Spitzelbericht, nach dem in Pakistan 45 &#8220;Aufständische&#8221; Deutsch lernen würden, um sich dann in  der deutschen Zone als Dolmetscher in die Bundeswehr zu infiltrieren. Was aber, wenn die &#8220;Quelle&#8221; dieser Nachricht selbst ein &#8220;Infiltrant&#8221; war?! Wenn dadurch das Misstrauen in alle Dolmetscher noch erhöht werden soll? Was also vertuscht wird, ist gerade das Wesentliche: In einem Counterinsurgency-Krieg gegen eine in der Bevölkerung verwurzelte Guerilla ist die fremde Besatzungsmacht auf Verdeih und Verderb auf ein entscheidendes &#8220;Kettenglied&#8221; angewiesen, nämlich die Kollaborateure &#8211; und denen kann man nie trauen, weil sie mit ihrem Leben spielen. Vor allem: Die Denunzianten können ihre Privatrache durch die fremden Elitekiller ausüben lassen! Dieser Mechanismus des Krieges ist im vorliegenden Blog mehrfach dokumentiert und dargestellt. Fast alle Kollaboranten sind Nicht-Pashtunen, die die Pashtunen hassen und deren Überzahl durch die &#8220;Kreuzritter&#8221; dezimieren lassen möchten. Wie Marc Thörner in seinem Buch &#8220;Afghanistan Code&#8221; belegt, wurden auch die Opfer des Bundeswehr-Massakers von Yakob Baj vom 4. Septemeber 2009 Opfer eines solchen &#8220;gezielten&#8221; Hinweises von Pashtunenhassern. Jedenfalls ist es wirklich unglaublich, wie sich die Dienste und Elitekiller-Einheiten in diesem Krieg 100prozentig auf ihre &#8220;Informanten&#8221; verlassen und deren &#8220;Hinweise&#8221; im Handumdrehen in Drohnen-Angriffe oder nächtliche Überfälle auf Dörfer &#8220;umsetzen&#8221;. Dass diese Maschine eben nicht nur in seltenen Ausnahmefällen losschlägt, sondern zur Alltäglichkeit dieses Krieges gehört wie die Drohnen am Himmel, das hat Wikileaks jetzt bewiesen, und das war bisher in diesem Umfang lediglich zu erraten, nicht aber zu beweisen. Nun ist es bewiesen, und das ist neu.</p>
<p>UND DIE BUNDESWEHR: MAL WIEDER SAUBERES DEUTSCHLAND?</p>
<p>Angeblich weiß die Bundeswehr nicht, was amerikanische Elitekiller-Einheiten in ihrer Zone so treiben. Weiß sie auch nicht, was ihr eigenes KSK treibt? Und dass ihr eigener BND intensiv an den c/k-Listen (capture or kill) beteiligt ist? Offenbar möchte die Bundeswehr die Stadt Duisburg im Vertuschen noch übertreffen. Das wird sich aber ebenso wenig durchhalten lassen wie in Duisburg, und <a title="buwe" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709488,00.html">das Aufknacken des Vertuschens fängt schon an</a>. Es genügt doch eigentlich die Schlagzeile auf Seite 1 der FAZ vom 5. Juli 2010, die das Fazit eines Interviews mit Minister Guttenberg resümiert:</p>
<p>&#8220;GUTTENBERG: NACH ABZUG GEHEIMDIENSTE UND SPEZIALKRÄFTE&#8221;</p>
<p>Damit ist auch die Katze des &#8220;Umbaus der Bundeswehr&#8221; aus dem Sack: Sie soll eine Weltjunta-Armee &#8220;auf Augenhöhe&#8221; mit den USA werden. Die künftigen &#8220;Auftragslagen&#8221; werden heißen: Counterinsurgency und nochmal Counterinsurgency. (Daneben natürlich auch weitere Super-Blitzkriege, z.B. gegen den Iran.) Und die Mittel dazu: &#8220;Profis&#8221;, &#8220;Eliteeinheiten&#8221;, die sich &#8220;keinen Kopp machen&#8221; und die &#8220;Spaß am Abenteuer&#8221; haben &#8211; und Dienste, d.h. Informantenwesen (mit dem Risiko: Infiltrantenwesen&#8230;). &#8220;Fascio di combattimento&#8221; könnte man auch gut mit &#8220;Elite-Kampfeinheit&#8221; übersetzen.</p>
<p>ALSO BESTÄTIGT: EXTERMINISTISCHE KRIEGFÜHRUNG (GEZIELTE KILLUNGEN NACH UNKONTROLLIERBAREN DENUNZIATIONSLISTEN; DROHNEN), WELT-JUNTA-SPIELEN</p>
<p>Wer den Appell <a href="http://www.afghanistanappell.de" target="_blank">Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan</a>, dessen Besonderheit eben darin lag und liegt, dass er diese Aspekte beim Namen nennt, noch nicht unterzeichnet hat, dies aber jetzt tun möchte, hat dazu jederzeit die Möglichkeit. Und was wäre &#8220;objektiv&#8221; jetzt das wichtigste, nächste und erreichbare Ziel?</p>
<p>DIE GRÜNE FÜHRUNG ZU ZWINGEN, IHREN KRIEGSKURS ZU REVIDIEREN UND DEN SOFORTIGEN ABZUG ZU UNTERSTÜTZEN.</p>
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		<title>&#8220;Stresstest&#8221; &#8211; Mega-Diskurs-Blase zur Normalisierung der Krise</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 10:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivsymbolik]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Normalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Stresstest für Banken&#8221; &#8211; das gehört zur medizinischen Kollektivsymbolik: Infarktgefährdete Patienten müssen eine &#8220;Stress-Echo-Kardiografie&#8221; machen und dabei auf dem Stress-Fahrrad prüfen, wie hoch der Blutdruck bei einer jeweiligen &#8220;Belastung&#8221; steigt. Dafür gibt es ein normales Spektrum und Grenzwerte, wo es anormal wird und also ein bedenkliches Infarktrisiko beginnt.
Es ist klar, dass es sich bei dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Stresstest für Banken&#8221; &#8211; das gehört zur medizinischen Kollektivsymbolik: Infarktgefährdete Patienten müssen eine &#8220;Stress-Echo-Kardiografie&#8221; machen und dabei auf dem Stress-Fahrrad prüfen, wie hoch der Blutdruck bei einer jeweiligen &#8220;Belastung&#8221; steigt. Dafür gibt es ein normales Spektrum und Grenzwerte, wo es anormal wird und also ein bedenkliches Infarktrisiko beginnt.</p>
<p>Es ist klar, dass es sich bei dem Banken-Stresstest um ein bloßes Kollektivsymbol, um eine Diskurs-Blase handelt. Wie es heißt, wird simuliert, wie tief die Eigenkapitaldecke einer Bank bei Annahme eines bestimmten Konjunkturrückgangs sinkt. Der &#8220;Belastung&#8221; entspricht also der Konjunktureinbruch, und die Eigenkapitaldecke soll dem Blutdruck entsprechen. Der Witz ist bloß, dass:</p>
<p>Erstens der wichtigste Indikator die Höhe der Aktienkurse wäre, weil die Banken den größten Teil ihrer Profite einfach durch Aktienkauf (&#8220;Anlage&#8221;) und Wertsteigerung der gekauften Aktien (&#8220;Assets&#8221;) machen. Der Konjunkturverlauf ist damit nur äußerst schwach korreliert.</p>
<p>Zweitens der entscheidende Wert für die &#8220;Gesundheit&#8221; einer Bank eben die Profite und die Profitrate sind (Fehlanzeige in der Simulation).</p>
<p>Drittens alle wirklich wichtigen Daten für Aktienkurse, Profite und Profitrate den &#8220;Simulatoren&#8221; natürlich verborgen sind. Denn unsere &#8220;soziale Marktwirtschaft&#8221; beruht nun mal auf Konkurrenz autonomer Einheiten. &#8220;Transparenz&#8221; wäre zwar für den Normalismus gut, ist aber Gift für den Kapitalismus. Transparenz hieße ja, dass alle Konkurrenten alle &#8216;heißen&#8217; Daten aller Konkurrenten kennen würden, und das wäre ja das Ende der Konkurrenz, wäre &#8220;Sozialismus&#8221;!</p>
<p>Warum also der &#8220;Stresstest&#8221;? Es wird gar nicht verheimlicht: Um das &#8220;Vertrauen&#8221; in die Gesamtheit der Banken so sehr zu erhöhen, dass die Aktienkurse das Niveau von 2007 wieder erreichen, als der Dow bei 14000 stand, während er jetzt um 10000 dümpelt. Sollte dieses Dümpeln anhalten, so würden die Bankenprofite erneut in den Keller gehen, weil sie eben dominant aus steigenden Aktienkursen kommen. Die Kurse müssen also irgendwie wieder zum &#8220;Klettern&#8221; gebracht werden &#8211; es muss wieder &#8220;All Times Highs&#8221; geben, koste es was es wolle.</p>
<p>Deshalb erleben wir augenblicklich eine PR-Großaktion auf allen Kanälen, deren &#8220;Evangelium&#8221; (&#8220;Good News&#8221;) lautet: Die Krise ist abgehakt hurrah! Die Krise ist abgehakt hurrah! usw. Und dazu war der Stresstest ein toller PR-Gag! Jetzt müssten die Aktien also endlich eine Super-Rally &#8220;aufs Parkett legen&#8221;. Und zwar eine &#8220;nachhaltige&#8221;, die auch den immer riskanten Herbst überlebt.  Schaun wir mal.</p>
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		<title>Deserteur Köhler? Welche der Seelen des deutschen V-Trägers ist mutig und welche feige?</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 08:20:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Drones'n'Drugs]]></category>
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		<description><![CDATA[Köhler war Kohls Sherpa auf den Siebener Gipfeln. Offenbar wollte er nun auch den Sherpa am Hindukusch machen. Sherpas sind berühmt für ihre Tapferkeit und ihre Opferbereitschaft: sie retten ihre weißen Herren unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Und nun wird ihm Desertion vorgeworfen.
Es ist wirklich nicht einfach da durchzublicken. Vielleicht kann aber die Lektüre des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Köhler war Kohls Sherpa auf den Siebener Gipfeln. Offenbar wollte er nun auch den Sherpa am Hindukusch machen. Sherpas sind berühmt für ihre Tapferkeit und ihre Opferbereitschaft: sie retten ihre weißen Herren unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Und nun wird ihm Desertion vorgeworfen.</p>
<p>Es ist wirklich nicht einfach da durchzublicken. Vielleicht kann aber die Lektüre des Romans &#8220;Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee. Eine Vorerinnerung&#8221; (assoverlag) da wirklich etwas klären. Dort wird der deutsche V-Träger (Verantwortungs-Träger) auf seinem 3. Versuch begleitet. Dieser deutsche V-Träger leidet an MPD, das heißt Multiple Personality Disorder (nicht zu verwechseln mit NPD): er trägt nicht bloß zwei, sondern viele Seelen in seiner Brust &#8211; so wie Schopenhauers ewig unerlöster Ur-Wille ist er hin und hergerissen: die eine Seele sagt: Hier sind die Zukunftschancen, die andere da. Die eine will an den Hindukusch, die andere woanders hin.</p>
<p>Da wollte die Seele namens Horst als Sherpa mutig die Wahrheit darüber sagen, warum die Bundeswehr am Hindukusch ist (nicht wegen der Seewege: wo ist denn da See? Seewege bezog sich aufs Horn von Afrika! Hindukusch bezog sich auf Instabilität, die unsere Chancen gefährdet). Sicher sah er Kritik voraus, wollte aber als Sherpa seiner Berg-Chefin den Aufstieg zum Hindukusch der mutigen Wahrheit freimachen. Aber die Chefin ließ ihren Sherpa feige im Schnee stehen.</p>
<p>Da griff er zur letzten Möglichkeit eines Sherpas: Wie der Schweizer Held Winkelried zog er alle Speere auf sich und ging mutig in den Opfertod. Und nun werfen die feigen anderen Seelen des V-Trägers ausgerechnet ihm sogar Desertion vor. Wir warten nun auf mutige Seelen, die seine Tat in ihrer tragischen Konsequenz begreifen und jetzt die Chance zum Befreiungsschlag nutzen. Es muss jetzt laut bestätigt werden: Ja, wir sind ein Land dieser Größe. Ja, wir müssen für unsere Chancen und Interessen &#8220;im Zweifel&#8221; auch militärisch aktiv werden wie jetzt am Hindukusch, wo es um Chancen und Stabilität geht. Wir warten jetzt auf einen MUTIGEN BEFREIUNGS-SCHLÄGER.</p>
<p>Oder sollte der Sherpa doch eine Mimose und ein feiger Deserteur sein? Das darf nicht wahr sein.</p>
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		<title>Warum kein Beifall für Köhlers mutigen Beitrag zum &#8220;Diskurs&#8221; über und zur &#8220;Normalität&#8221; in A*?</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 16:34:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Vorerinnerung (Roman)]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle hegemonialen Parteien einschließlich der Grünen fordern seit Yakob Baj nahezu täglich &#8220;Ehrlichkeit&#8221; und &#8220;Mut&#8221; im &#8220;Diskurs&#8221; über Afghanistan. Man müsse auf dieser Basis der Bevölkerung endlich &#8220;überzeugend vermitteln&#8221;, warum die  Bundeswehr dort einen blutigen und zunehmend schmutzigen Krieg führt und nicht im Traum an Abzug denkt. Es gehe dort gar nicht, das müsse man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alle hegemonialen Parteien einschließlich der Grünen fordern seit Yakob Baj nahezu täglich &#8220;Ehrlichkeit&#8221; und &#8220;Mut&#8221; im &#8220;Diskurs&#8221; über Afghanistan. Man müsse auf dieser Basis der Bevölkerung endlich &#8220;überzeugend vermitteln&#8221;, warum die  Bundeswehr dort einen blutigen und zunehmend schmutzigen Krieg führt und nicht im Traum an Abzug denkt. Es gehe dort gar nicht, das müsse man heute ehrlich zugeben, um Okzidental-Demokratie und Mädchenschulen, sondern um &#8220;unsere gewachsene Verantwortung&#8221; und um eine absolut &#8220;notwendige Stabilisierung&#8221;.</p>
<p>Offenbar hatte Horst Köhler als oberster politischer Verantwortungs-Träger den (absolut zutreffenden!) Eindruck, dass die Bevölkerung noch etwas genauer wissen möchte, was eigentlich mit &#8220;Verantwortung&#8221; und &#8220;Stabilität&#8221; gemeint ist. Er entschloß sich also (auf dem Rückflug von Afghanistan) mutig zur Ehrlichkeit und übersetzte &#8220;Verantwortung&#8221; und &#8220;Stabilität&#8221; fürs Volk ins Konkrete: &#8220;Alles das heißt, wir haben Verantwortung&#8221; fing er an, und setzte fort: &#8220;ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit&#8221;" müsse wissen, &#8220;dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen&#8221; usw. </p>
<p>Statt den Mut zur Ehrlichkeit zu loben, schreien die Führer der Parteien, die den Krieg in A* und gerade noch seine enorme Eskalation beschlossen haben und allen voran der Erz-Konverter (zum Begriff s.u.) Jürgen Trittin, die Bundeswehr führe keine Wirtschaftskriege. Dabei hat Köhler das mögliche kleine Missverständnis sofort klargestellt: In A* führt die Bundeswehr Krieg, &#8220;um ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen&#8221; &#8211; und für &#8220;freie Handelswege&#8221; kämpft die Bundeswehr augenblicklich vor allem am Horn von Afrika. Was ist daran falsch? Trittin hat beide Kriege mit beschlossen!</p>
<p>Wenn Köhlers Partner also undankbar und unfair sind, sollten wir Kriegsgegner Fairness beweisen: Mit &#8220;einem Land unserer Größe&#8221; kann Köhler nicht die Bevölkerungszahl gemeint haben: Wie im Appell &#8220;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#8221; genau quantifiziert wird, bringt Deutschland momentan noch (!) 1,2% der Weltbevölkerung auf und ist damit (noch!) das 16. Land im Ranking (sehr bald wird es stark abrutschen). Also kann Köhler mit &#8220;Größe&#8221; nicht die Bevölkerung, sondern nur die Kapitalstärke gemeint haben. Auf dieser Basis sind &#8220;wir&#8221; 3.größtes Land der G 7 (oder eigentlich als europäischer Hegemon schon 2.größtes), und niemand weiß das besser als Köhler, der seine Karriere als Kohls &#8220;Sherpa&#8221; auf den damaligen G 7-Treffs begann und dann im IWF fortsetzte. Niemand versteht besser als er, wie &#8220;unsere Chancen&#8221; (d.h. die Gewinnaussichten unseres Kapitals) von der &#8220;Instabilität ganzer Regionen&#8221; negativ beeinflusst werden können. Also dass &#8220;im Zweifel, im Notfall&#8221; die Bundeswehr &#8220;stabilisieren&#8221; muss &#8211; was sie in A* tut.</p>
<p>Mit Köhlers mutigem Statement ist nun auch noch der letzte Punkt des Appells &#8220;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#8221;, der von einigen Friedensfreunden als überzogen eingeschätzt wurde, offiziell: Die Bundeswehr ist dort, weil &#8220;ein Land unserer Größe&#8221; (sprich: eine Groß- und Weltmacht) &#8220;im Zweifel&#8221; (!!) auch militärisch präsent sein muss, wenn es um die &#8220;Stabilisierung ganzer Regionen&#8221; geht. Aus keinem anderen Grunde. Weil er das mutig gesagt hat, kriegt er jetzt Prügel vom Erzkonverter Trittin.</p>
<p>&#8220;Erzkonverter&#8221;: der Begriff &#8220;Konverter&#8221; wird in dem Roman &#8220;Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee. Eine Vorerinnerung&#8221; (assoverlag Oberhausen) näher erklärt. (Jürgen Trittin kämpfte einstmals mutig gegen den Marsch der Bundeswehr in die weite Welt und konkret gegen die öffentlichen Gelöbnisse.)</p>
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		<title>Das &#8220;gezielte Töten&#8221; der Nato in A*: gesteuert von gezielten Fehl-Denunziationen</title>
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		<pubDate>Sun, 16 May 2010 11:07:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Drones'n'Drugs]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie im Appell &#8220;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#8221; erklärt,  beruhen die massiven &#8220;gezielten Tötungen&#8221; der Spezial- und teils auch Normalkräfte der Nato (Isaf) selbstverständlich auf Denunziationen afghanischer Informanten an die westlichen Geheimdienste, darunter den BND. Das läuft nach dem Mechanismus: Stell dir vor, es ist schmutziger Krieg in Afghanistan und du bist Informant der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie im Appell &#8220;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#8221; erklärt,  beruhen die massiven &#8220;gezielten Tötungen&#8221; der Spezial- und teils auch Normalkräfte der Nato (Isaf) selbstverständlich auf Denunziationen afghanischer Informanten an die westlichen Geheimdienste, darunter den BND. Das läuft nach dem Mechanismus: Stell dir vor, es ist schmutziger Krieg in Afghanistan und du bist Informant der Nato: Dann hast du nicht bloß Geld, sondern kannst auch alle Leute, die dich ärgern, aus dem Weg schaffen: Anruf bei der Nato genügt.</p>
<p>Dass dieser Mechanismus tatsächlich so und nicht anders funktioniert, wird <a title="anruf" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,694873,00.html">inzwischen an exemplarischen Fällen bestätigt. </a>Es ist ja auch kein Wunder in einem Land mit starken Gegensätzen der Sprache, der Stämme und besonders der Machtkartelle von Warlords. Da die Nato (und auch die Bundeswehr) die Paschtunen pauschal im Verdacht hat, mit den Taliban zu sympathisieren, werden als Informanten vor allem Nicht-Paschtunen angeheuert, die also freie Bahn für Rachakte haben.</p>
<p>Nach den Recherchen von Marc Thörner (Afghanistan Code, S. 140ff.) waren die Toten und Verstümmelten des von der Bundeswehr befohlenen Luftschlags bei Yakob Baj vom 4. September 2009 ebenfalls paschtunische Opfer der Rache nicht-paschtunischer (tadschikischer) Informanten des BND.</p>
<p>Dieser Krieg der Bundeswehr ist also nicht bloß irrational, sondern auch völkerrechtlich und ethisch alles andere als &#8220;sauber&#8221;.</p>
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		<title>Diskurswerkstatt erinnert den neuen Landtag</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 13:38:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Während der mediopolitische Diskurs mit Farbspielen beschäftigt ist, hat die Diskurswerkstatt Bochum-Dortmund die neuen NRW-Abgeordneten an eine überfällige &#8220;Hausaufgabe&#8221; erinnert: Es geht darum, drei unschuldige Opfer des Archipel Guantánamo aufzunehmen, damit sie nach dem jahrelangen KZ-Horror noch ein Leben führen können. Sie haben nachweislich keine Verbrechen begangen und niemand kann ernsthaft befürchten, dass von ihnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während der mediopolitische Diskurs mit Farbspielen beschäftigt ist, hat die Diskurswerkstatt Bochum-Dortmund die neuen NRW-Abgeordneten an eine überfällige &#8220;Hausaufgabe&#8221; erinnert: Es geht darum, drei unschuldige Opfer des Archipel Guantánamo aufzunehmen, damit sie nach dem jahrelangen KZ-Horror noch ein Leben führen können. Sie haben nachweislich keine Verbrechen begangen und niemand kann ernsthaft befürchten, dass von ihnen künftig eine Gefahr ausgeht.</p>
<p>Imgrunde geht es um eine kleine Sache &#8211; aber sie hat auch eine symbolische Bedeutung. Das System der geheimen und obskuren (zappendunklen) CIA-Verliese, das in einer völlig rechtsfreien Zone funktioniert (weshalb z.B. Giorgio Agamben nicht in die USA reist, solange dieses System auch unter Obama weiter existiert), muss ja schon allein statistisch auch Unschuldige treffen. Es gehört daher zum System der rechtsfreien &#8220;gezielten Tötungen&#8221; und Drohnen-Exekutionen, z.B. in Afghanistan. Dort sind &#8220;wir&#8221; (d.h. die Bundeswehr) teils schon in dieses System verstrickt, teils auf der Kippe dazu. Gerade meldet sogar das den Nato-Regierungen weitgehend verpflichtete Internationale Komitee von <a title="baghram" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,694362,00.html" target="_blank">Roten Kreuz , dass der CIA-Archipel in Baghram bei Kabul </a>trotz allen sicher ehrlich guten Willens des Menschen Barack Obama &#8216;ungestört&#8217; weiter funktioniert.</p>
<p><strong><a href="http://bangemachen.com/wp-content/uploads/2010/05/Offener_Brief_an_den_Landtag.pdf" target="_blank">Hier geht es zum offenen Brief der Diskurswerkstatt Bochum-Dortmund!</a></strong></p>
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		<title>Fünf Azubis und drei Ausbilder in A* verunglückt</title>
		<link>http://bangemachen.com/2010/funf-azubis-und-drei-ausbilder-in-a-verungluckt/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Apr 2010 11:27:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Drones'n'Drugs]]></category>
		<category><![CDATA[Vorerinnerung (Roman)]]></category>

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		<description><![CDATA[So steht das nicht in unseren Medien, müsste aber konsequenterweise! Statt dessen heißt es: Drei Fallschirmjäger der Bundeswehr seien in eine feige und heimtückische Falle der Taliban gelockt worden, und fünf afghanische Karzai-Soldaten seien einem tragischen Irrtum zum Opfer gefallen und im friendly fire der Bundeswehr umgekommen.
Tatsächlich handelt es sich um die ersten größeren Todesopfer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So steht das nicht in unseren Medien, müsste aber konsequenterweise! Statt dessen heißt es: Drei Fallschirmjäger der Bundeswehr seien in eine feige und <a title="falle" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,687165,00.html" title="falle">heimtückische Falle der Taliban </a>gelockt worden, und fünf afghanische Karzai-Soldaten seien einem tragischen Irrtum zum Opfer gefallen und im <a title="fire" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,687153,00.html" title="fire">friendly fire der Bundeswehr </a>umgekommen.</p>
<p>Tatsächlich handelt es sich um die ersten größeren Todesopfer einer Offensive der Bundeswehr, die nach dem amerikanischen Modell von McChrystal (&quot;Clear and Hold&quot;) versucht, von &quot;Aufständischen&quot; kontrollierte Gebiete gewaltsam zu erobern. Nur haben die deutschen Interventionspolitiker (einschließlich der rot-grünen) diese Realität mittels ihres Newspeak in einer Weise vertuscht, gegen die die Vertuschungspraxis der katholischen Kinderquäler fast noch harmlos erscheint, weil es in A* um nicht weniger als um Leben und Tod geht.</p>
<p>Deshalb ein kurzer Crashkurs in Bundeswehr-Newspeak:</p>
<p>Offensive mit massiver Feuerkraft = &quot;mehr Präsenz in der Fläche&quot;</p>
<p>Gemeinsame Offensive mit Karzai-Soldaten = &quot;Ausbildung&quot;</p>
<p>offensive deutsche Kampftruppen = &quot;Ausbilder&quot;</p>
<p>offensive Karzai-Truppen = &quot;Auszubildende&quot;</p>
<p>Wenn der Volksmund sagt: &quot;Sie wollen uns dumm sterben lassen&quot;, so meint er das meistens nur metaphorisch. In A* ist das Dumm-Sterben dagegen bitterer Ernst: auf allen Seiten. (Übrigens: Die taz bringt die Nachricht kommentarlos im Newspeak unter Fernerliefen und macht groß mit dem osterfröhlichen Appell auf, den Garten auf Frühling zu trimmen.)</p>
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		<title>Neues vom Geist der Drohnen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 13:52:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Drones'n'Drugs]]></category>
		<category><![CDATA[Vorerinnerung (Roman)]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Drohnen der Bundeswehr in Afghanistan &#34;geben den Geist auf&#34;! Die alten kleinen, aus deutschem Eigenbau, sämtlich bei 40 Grad Celsius &#8211; und nun auch die erste von drei großen Drohnen vom Typ &#34;Heron&#34; aus israelischer Produktion: gleich bei der esten Probe zu Schrott gelenkt! Bei der Gelegenheit erfahren wir, dass die &#34;Hero(i)n&#34;-Drohnen nicht gekauft, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="drohne" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,686909,00.html" title="drohne">Die Drohnen der Bundeswehr in Afghanistan &quot;geben den Geist auf&quot;! </a>Die alten kleinen, aus deutschem Eigenbau, sämtlich bei 40 Grad Celsius &#8211; und nun auch die erste von drei großen Drohnen vom Typ &quot;Heron&quot; aus israelischer Produktion: gleich bei der esten Probe zu Schrott gelenkt! Bei der Gelegenheit erfahren wir, dass die &quot;Hero(i)n&quot;-Drohnen nicht gekauft, sondern geleast sind (für 110 Millionen Euro). Und zwar für 3 Jahre! Das zeigt, wie ernst die Stäbe ihre angeblich ja allein entscheidungsbefugte &quot;Politik&quot; nehmen! Die &quot;Politik&quot; verspricht doch einen &quot;Exit&quot; schon vom nächsten Jahr ab; sie entscheidet doch jeweils bloß für ein weiteres Jahr. Aber was bleibt ihr noch übrig, wenn die Generäle schon auf 3 Jahre ausgeleast sind? Natürlich die Verantwortung!</p>
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		<title>Afghanistanappell: Werkstatt-Treff und weiter</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 19:29:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Drones'n'Drugs]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<description><![CDATA[Um die spezifischen Aspekte des Appells &#8220;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#8221; analytisch zu vertiefen, fand am 6. März 2010 im Kulturzentrum Bahnhof Langendreer in Bochum ein Werkstatt-Treff mit 30 Teilnehmenden statt. Lebhaft diskutierte Impuls-Referate von Andreas Zumach, Tobias Pflüger, Margarete und Siegfried Jäger, Johannes Weissinger und Jürgen Link arbeiteten die Besonderheiten dieses &#8220;Kriegs der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um die spezifischen Aspekte des Appells &#8220;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#8221; analytisch zu vertiefen, fand am 6. März 2010 im Kulturzentrum Bahnhof Langendreer in Bochum ein Werkstatt-Treff mit 30 Teilnehmenden statt. Lebhaft diskutierte Impuls-Referate von Andreas Zumach, Tobias Pflüger, Margarete und Siegfried Jäger, Johannes Weissinger und Jürgen Link arbeiteten die Besonderheiten dieses &#8220;Kriegs der Drohnen und Drogen&#8221; und des Anteils der Bundeswehr daran heraus. Die Beiträge werden in Heft 58 der &#8220;kultuRRevolution. zeitschrift für angewandte diskurstheorie&#8221; nachzulesen sein. kRR, AMOS und DISSjournal wollen diese analytische Arbeit schwerpunktmäßig weiterführen und laden dazu weitere Zeitschriften und einzelne Personen zur Mitarbeit ein (Zeitschrifteninitiative <a href="http://www.afghanistanappell.de">&#8220;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#8221;</a>).</p>
<p>Der Text des Appells wurde im Konsens um einen kleinen Zusatz zur Forderung nach &#8220;umgehendem&#8221; Rückzug der Bundeswehr erweitert. Der nun gültige definitive Text kann im Netz (<a href="http://www.afghanistanappell.de">Afghanistanappell.de</a>) nachgelesen werden. Um der Zeitschrifteninitiative innerhalb des Netzes der Friedensgruppen zusätzliche Aufmerksamkeit zu verleihen, bitten wir um weitere Unterschiften und ggf. weitere Spenden für die Anzeige im &#8220;Freitag&#8221; (wir gehen davon aus, dass die kleine Erweiterung im Sinne der bisherigen UnterzeichnerInnen ist, die also stillschweigend zustimmen können).</p>
<p>Für die weitere analytische Arbeit zum Afghanistankrieg hat der Werkstatt-Treff vorläufig die folgenden 10 Problemfelder formuliert:</p>
<p><strong>1. Überblick</strong> über die hegemoniale, den Krieg begleitende Forschung zu A* (an welchen Unis, in welchen privaten Institutionen usw., welche Hauptvertreter und Experten). Fragen der Geopolitik, der Stützpunktnetze, der Sprachen/Kulturen; muslimischen Strömungen (Taliban u.a.); Theorie des „asymmetrischen Kriegs“ (Herfried Münkler): Selbstmordattentate vs. Drohnen.</p>
<p><strong>2. Theorie und Praxis</strong> von CIMIC (Civil-Military Cooperation); welche Expertisen, z.B. an Unis und privaten Instituten; welche NGOs machen mit, welche Projekte sieht die Bundeswehr als Modelle usw.; Niebels Pläne für enge Bindung der Entwicklungshilfe ans Militär. </p>
<p><strong>3. konkrete Strategie, Taktik und Funktionsweise</strong> der Bundeswehr im Krieg: Strategie „Clear and Hold“ (Modell Irak) Gezielt töten  nach c/k-Listen, wucherndes Informantenwesen; Durchkämmen Haus zu Haus; Eliteeinheiten und ‚normale’ Truppen, deren Verhältnis zueinander und deren Mentalitäten; Aufbau des KSK durch Hoffmann-Freund Reinhard Günzel; Mentalität Kriegszustand, incl. faschistoide Züge</p>
<p><strong>4. „Psychologie“</strong>: posttraumatische Störungen und deren Behandlung: Militärseelsorge; Psychiatrie, Stresstraining</p>
<p><strong>5. „Verkauf“ in der Öffentlichkeit</strong>: Interdiskurs, mediopolitischer Diskurs; welche Subjektivitäten von Freund und Feind, binäre Reduktionismen („der Westen“ vs. „die Taliban“); elementare Literatur (Doku-Berichte; Reportagen, Blogs?) wie werden die Massen zugegebenermaßen „Unschuldiger“ medial entsorgt? (Defizite Statistik)</p>
<p><strong>6. Fragen des Rechts</strong> (Völkerrecht, Strafrecht); besonders: Taktik der „gezielten Tötungen mit CDE“ (Collateral Damage Estimate); c/k-Listen, Rolle der Geheimdienste und ihrer anonymen Informanten</p>
<p><strong>7. welche ‚positiven’ Alternativen</strong> zur Sicherheit (Komplex Mädchenschulen usw.)</p>
<p><strong>8. Problemfeld Deutschland als Weltmacht</strong>: Rolle in der inoffiziellen militärischen „Welt-Junta“; Verhältnis zur Supermacht USA (incl. Widersprüche); welche „deutsche Identität in der Welt“? Verhältnis zur deutschen Militärgeschichte; Afghanistan-Erbe der DDR: Beziehungen während der sowjet. Besatzung; Übernahme von Experten?</p>
<p><strong>9. Bundeswehr-Propaganda</strong> in den Schulen, Jobcentern u.a.</p>
<p><strong>10. Finanzierung</strong>; Militärhaushalt und andere Haushalte; Zahlen; incl. Rolle private Military-Firmen</p>
<p>Beiträge zu diesen Problemfeldern sind uns jederzeit willkommen; wir denken an weitere Werkstatt-Treffen und an weitere Publikationen in unseren Zeitschriften.</p>
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		<title>Wenn die Nato-Raketen das &#8220;Herz der Finsternis&#8221; penetrieren</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 16:31:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivsymbolik]]></category>
		<category><![CDATA[Vorerinnerung (Roman)]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Generälen der Nato-Großoffensive in Afghanistan schlägt ihr Herz so hoch, dass sie klassische Literatur zitieren: &#34;Wir stoßen vor ins Herz der Finsternis&#34;, sagte der britische General Matt Bazely. Ob er allerdings seinen Joseph Conrad wirklich gelesen hat, bei dem dieses Kollektivsymbol afrikanischer Barbarei ziemlich ambivalent ist, ist zu bezweifeln. Er meinte es wohl so: Wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Generälen der Nato-Großoffensive in Afghanistan schlägt ihr Herz so hoch, dass sie klassische Literatur zitieren: <a title="heart" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,677679,00.html" title="heart">&quot;Wir stoßen vor ins Herz der Finsternis&quot;,</a> sagte der britische General Matt Bazely. Ob er allerdings seinen Joseph Conrad wirklich gelesen hat, bei dem dieses Kollektivsymbol afrikanischer Barbarei ziemlich ambivalent ist, ist zu bezweifeln. Er meinte es wohl so: Wir bringen die Zivilisation ins schwarze Herz der asiatischen Barbarei.</p>
<p>Womit? Zum Beispiel mit Raketen, deren Penetrationsfähigkeit auf moderne Weise ebenfalls klassisch ist. Nur dass sie manchmal gleich am Anfang &quot;fehlgeleitet&quot; werden und dann 12 &quot;Unschuldige&quot; töten, wo sich Mc Chrystal gleich am Anfang &quot;entschuldigen&quot; muss. Was oder wer kann Raketen &quot;fehlleiten&quot;? Entweder schlechte Technik &#8211; oder irrtümlich oder absichtlich falsche Zielvorgabe des anonymen afghanischen Informanten. Die Nato sagt öffentlich: Es war die Technik. <a title="himars" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,677847,00.html" title="himars">Das System &quot;HIMARS&quot; </a>hat die Raketen &quot;mehrere 100 Meter&quot; fehlgeleitet und wird jetzt überprüft. Da gibt es schon wieder zwei Möglichkeiten: Entweder es stimmt, und dann ist der Einsatz eines solchen Systems unglaublich und völlig unvereinbar mit den Versicherungen über die Metergenauigkeit &quot;chirurgischer Schläge&quot; &#8211; oder es ist eine Deckbehauptung wegen Alternative eins.</p>
<p>Klar ist nur eins: Der &quot;Vorfall&quot;, wie das &#8211; auch in unseren Medien! &#8211; genannt wird, war eine &quot;gezielte Tötung&quot; (targeted killing), worin der eigentliche Kern der Nato-Penetrations-Strategie ins Herz der Finsternis besteht. Anonyme Signalisierung eines Informanten der zivilisierten Geheimdienste, und dann Luftschlag (Rakete, Drohne, <a title="zivil" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,678075,00.html" title="zivil">Jet-Bombe [wie bei den nächsten zivilen Opfern]</a>, Hubschrauber-Schlag). Das läuft auf der Basis sogenannter &quot;c-k-Listen&quot; (&quot;capture or kill&quot;), die u.a. auch vom BND erstellt werden. &quot;Capture&quot; ist dabei bloße Floskel: Aus der Luft lässt sich nicht verhaften. Außerdem weiß die Nato nicht, wen sie verhaftet hätte: Einen Kombattanten? Dann müsste er in ein öffentlich zugängliches Gefangenenlager und hätte viele Rechte &#8211; einen (mutmaßlichen) Verbrecher? Dann hätte er Recht auf einen Anwalt, müsste verklagt werden, einen Prozess bekommen usw. Leichen haben all das &quot;verwirkt&quot;.</p>
<p>[Zusatz nach zwei Tagen: Die Prüfung des Raketensystems hat ergeben: <a title="okay" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,678341,00.html" title="okay">Technik völlig okay </a>- das eingestellte Ziel wurde exakt getroffen. Es war korrekt, weil unter den Opfern vermutlich auch ein oder zwei Taliban waren. Also doch Sache eines anonymen Informanten. MacChrystal kann sich ent-entschuldigen. Alles korrekt! Heißt konkret: Wenn nur 5 oder 6mal soviele zugegebenermaßen Unschuldige als mutmaßliche Taliban gezielt getötet werden, darunter die Hälfte Kinder, ist das ein &quot;angemessenes&quot; CDE = Collateral Damage Estimate. <a title="weiter" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,678373,00.html" title="weiter">Und es geht täglich weiter</a>. Das ist der wahrlich harte Kern der ISAF-Strategie.]</p>
<p>&quot;Heart of Darkness&quot; lesen ist nicht schlecht: Es macht bestimmt sehr nachdenklich. Weniger klassisch, aber aktueller ist der Roman &quot;Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee&quot; (assoverlag Oberhausen), wo ein Anti-Guerillakrieg der Bundeswehr simuliert war, bevor er nun stattfindet. Es ist dort aktualhistorisch rekonstruiert, wie es zu einer solchen &quot;unerhörten Begebenheit&quot; (Goethe) kommen konnte.</p>
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		<title>&#8220;Elitesoldaten&#8221; plus &#8220;gezielte Tötungen&#8221; plus &#8220;verhältnismäßige Kollateralschäden&#8221; plus &#8220;Luftschläge&#8221; = &#8220;humanitäres Völkerrecht&#8221;??</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 14:14:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenruf der Ursprünglichen Chaoten]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Eiertanz um den deutschen Afghanistankrieg wird frenetisch: Seit die NATO mit Zustimmung der deutschen Regierung und aktiver Beteiligung der Bundeswehr für 2010 eine Eskalation ohne Wenn und Aber mit dem Ziel der &#34;Eliminierung&#34; aller &#34;Insurgents&#34; (bzw. &#34;Taliban&#34;) eingeleitet hat, ist die Diskursblase &#34;Stabilisierungsmission&#34; geplatzt. Es ist ein Krieg (was längst alle wussten) &#8211; aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Eiertanz um den deutschen Afghanistankrieg wird frenetisch: Seit die NATO mit Zustimmung der deutschen Regierung und aktiver Beteiligung der Bundeswehr für 2010 eine Eskalation ohne Wenn und Aber mit dem Ziel der &quot;Eliminierung&quot; aller &quot;Insurgents&quot; (bzw. &quot;Taliban&quot;) eingeleitet hat, ist die Diskursblase &quot;Stabilisierungsmission&quot; geplatzt. Es ist ein Krieg (was längst alle wussten) &#8211; aber was für einer? Ein &quot;nicht internationaler bewaffneter Konflikt&quot; (anders gesagt &quot;Bürgerkrieg&quot;) &#8211; aber wieso ist die Bundeswehr in Afghanistan &quot;nicht international&quot; &#8211; also &quot;national&quot;?? Also <a title="guido" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,677063,00.html" title="guido">lässt Guido das &quot;nicht international&quot; einfach weg </a>und sagt: &quot;bewaffneter Konflikt im Sinne des Völkerrechts&quot;.</p>
<p>Aber auch so kommt die Bundeswehr nicht aus dem Schneider: Denn des Pudels Kern (bekanntlich der Teufel: siehe Faust) ist nun einmal (was beim Massaker von Yakob Baj exemplarisch klar wurde): Die gesamte Afghanistan-Strategie der NATO (und damit auch der Bundeswehr) steht im Dienste ihrer strategischen Speerspitze, und die lautet: &quot;Elitesoldaten&quot; plus &quot;gezielte Tötungen&quot; plus &quot;verhältnismäßige Kollateralschäden&quot; plus &quot;Luftschläge&quot;. Nach dieser Formel funktionierte auch Yakob Baj: Das KSK hatte unter lauter Decknamen und mithilfe eines anonymen &quot;Informanten&quot; &quot;Talibanführer&quot; ausgemacht. Die sollten nach der Regel &quot;capture or kill&quot; &quot;eliminiert&quot; werden (wobei das &quot;capture&quot; bloße Augenwischerei ist, da man mit Luftangriffen nicht gefangen nehmen kann). Oberst Klein wurde nicht etwa ausgetrickst &#8211; er spielte begeistert mit, worin sich zeigt, dass eben die Speerspitze &quot;Elite&quot; und der Stiel &quot;ISAF&quot; einen einheitlichen Speer bilden. KSK und Klein hielten die erwartbaren &quot;Kollateralschäden&quot; (das zivile &quot;Humanmaterial&quot;, wie es in dem berühmten Feldjägerbericht hieß) für &quot;verhältnismäßig&quot;.</p>
<p>(<a title="ksk" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,676923,00.html" title="ksk">Die Rolle des KSK </a>wird jetzt als angeblich ganz neue Sensation verkauft: Sie ist ein alter Hut: siehe &quot;Zeit&quot; vom 17.12.2009.)</p>
<p>Die Bundeswehr vollzog bei Yakob Baj nur nach, was die ständige Praxis der Eliteeinheiten der USA und des UK ist und was die große Eskalationsschlacht in Afghanistan 2010 bestimmen wird. Die gerade in der Provinz Helmand <a title="nato" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,676905,00.html" title="nato">gegen die Stadt Mardscha gestartete Großoffensive </a>zeigt das Verfahren: Flugblätter fordern die Bevölkerung auf, die Stadt bzw. Gegend zu verlassen. Die Taliban nehmen die Bevölkerung angeblich als Geiseln und hindern sie an der Flucht. Daraus geht klar hervor, dass der erste Schritt darin besteht, nach dem Vorbild Vietnam eine &quot;free fire zone&quot; d.h. vor allem &quot;free bombing zone&quot;, herzustellen, in der dann die &quot;gezielte Tötung&quot; sich frei entfalten kann (die Kollateralschäden sind dann vor vornherein &quot;verhältnismäßig&quot;, da ja auf Flugblättern gewarnt wurde).</p>
<p>Nur: Mit noch so frenetischen Eiertänzen kommen Bundesregierung und Bundeswehr nicht aus dem Schneider: Entweder sind die als  Taliban bezeichneten Individuen &quot;Kombattanten&quot;, dann müssen sie klar als solche erkennbar und von Zivilisten unterscheidbar sein (was in einem Guerillakrieg nicht möglich ist) &#8211; oder sie sind Terroristen, d.h. (mutmaßliche) Kriminelle &#8211; dann dürfen sie auf keinen Fall auf bloße Denunziation hin ohne Anklage, Prozess und Urteil einfach präventiv &quot;eliminiert&quot; werden. Genau das werden sie aber. Und dieser exterministischen Praxis werden zugegebenermaßen alle sich in der Nähe befindlichen &quot;Unschuldigen&quot; ebenfalls als &quot;verhältnismäßig&quot; geopfert. Das soll &quot;humanitäres Volkerrecht&quot; sein?</p>
<p>In Vietnam hieß dieses Verfahren: das Wasser mit dem Fisch eliminieren, soweit man es nicht ablassen kann (Weiterverarbeitung der Guerillaregel &quot;Fisch im Wasser&quot;). Das führte in Vietnam dazu, dass immer mehr Wasser zu Fisch wurde. Es lässt sich prognostizieren: Das wird sogar die Taliban und andere Insurgents in Afghanistan kurz- und mittelfristig stärken (und sei es wegen der Gleichsetzung von Paschtunen und &quot;Taliban&quot; auf beiden Seiten sowie der traditionalen Verpflichtungen der Clans zur Vergeltung).</p>
<p>Fazit: Dieser Krieg stinkt vom Kopfe (&quot;Speerspitze&quot;) her. Fazit: Die Bundeswehr muss aufgefordert werden, &quot;umgehend&quot; abzuziehen, wie in dem Appell &quot;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&quot; gefordert  - &quot;Exit mit open end&quot; heißt Tolerierung einer strukturell exterministischen Strategie, wodurch nicht nur viele Unschuldige umkommen, sondern sogar die Insurgents kurz- und mittelfristig gestärkt statt geschwächt werden.</p>
<p>Ja aber Gnade uns Gott wenn die Taliban&#8230; Nach einer Anti-Eskalationserklärung der Bundeswehr mit Waffenstillstand und Einleitung des Abzugs könnte der notwendige Schutz bedrohter Gebiete z.B. nach dem Vorschlag von Johan Galtung durch starke Blauhelmeinheiten der OIC (Organization of Islamic Countries) in Zusammenarbeit mit der UNO gewährleistet werden (im Vorfeld einer neuen Friedenskonferenz ohne westliche Großmächte und unter Beteiligung aller relevanten afghanischen Bevölkerungsgruppen).</p>
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		<title>Afghanistan: Achtung Etikettenschwindel mit &#8220;Exit&#8221;!</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 08:58:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Appell &#34;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#34;, der am 28. Januar (zur Londoner Konferenz) im &#34;Freitag&#34; erscheinen wird, ist von &#34;Diskursblasen&#34; die Rede, die geplatzt seien. Einzelne stießen sich an diesem Wort. Wie treffend dieses Wort aber ist, erleben wir jetzt im Vorfeld von London: Denn nun werden in Berlin täglich neue Diskursblasen aufgepumpt: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Appell &quot;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&quot;, der am 28. Januar (zur Londoner Konferenz) im &quot;Freitag&quot; erscheinen wird, ist von &quot;Diskursblasen&quot; die Rede, die geplatzt seien. Einzelne stießen sich an diesem Wort. Wie treffend dieses Wort aber ist, erleben wir jetzt im Vorfeld von London: Denn nun werden in Berlin täglich neue Diskursblasen aufgepumpt: &quot;Kurswechsel&quot;, &quot;Strategiewechsel&quot;, &quot;Ausbildung&quot; und vor allem: &quot;Exit-Strategie&quot;. Die SPD will jetzt den &quot;Exit&quot; (Abzug) binnen 5 (fünf!) Jahren, und die Regierung hält jedes Datum für &quot;kontraproduktiv&quot;.</p>
<p>Was steckt in der Diskursblase &quot;Exit&quot;? Ein Gegensatz wie &quot;hölzernes Eisen&quot;: Während dem Volk, das nach Umfragen zu über 70 Prozent den sofortigen Abzug fordert, ein &quot;baldestmöglicher&quot; Abzug versprochen wird, verstehen die Generäle, und allen voran der oberste (McChrystal), darunter eine auf Endsieg angelegte Serie von Großoffensiven nach dem Prinzip &quot;Clear and Hold&quot; (Säuberung von &quot;Aufständischen&quot; und Besetzung der verlorenen Gebiete). Sie verstehen darunter also eine Eskalation des Krieges. Mephisto sagte bei Fausts Tod bekanntlich: &quot;Man spricht, wie man mir Nachricht gab,/ Von keinem Graben, doch vom Grab&quot; &#8211; hier müsste es heißen: &quot;von keinem Exit, doch vom Exitus&quot;.</p>
<p>Dazu passt die Diskursblase &quot;Ausbildung&quot; (der afghanischen Truppen). Das klingt geradezu nach Azubis &#8211; gemeint ist aber vor allem ein On-the-Job-Training bei gemeinsamen Kampfeinsätzen von NATO und Karsai-Armee. Das praktizieren die USA, wie es heißt, bereits erfolgreich &#8211; und genau das soll die Bundeswehr jetzt auch praktizieren. Unter der Überschrift <a title="exit" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,673259,00.html" title="exit">&quot;Koalitionspolitiker für Kurswechsel in Afghanistan&quot; </a>gibt es einen langen Artikel auf Spiegel online, in dem viele Diskursblasen aufgepumpt werden, bevor der letzte Satz sie zum Platzen bringt: &quot;Diese bilden die Rekruten dann in der Praxis aus. Auch im Kampfeinsatz.&quot;</p>
<p>Deshalb ist jetzt Klartext gefordert, wie er in unserem Appell steht: Die Alternative, auf die es ankommt, heißt: Eskalation oder Deeskalation. Und nur das Signal &quot;umgehender Abzug&quot; der Bundeswehr kann die Wende zur Deeskalation bringen und alle Beteiligten unter Zugzwang in Richtung Frieden setzen.</p>
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		<title>Wo bitte findet die &#8220;Schlammschlacht&#8221; statt? (postumer Zwischenruf von Karl Kraus)</title>
		<link>http://bangemachen.com/2010/wo-bitte-findet-die-schlammschlacht-statt-postumer-zwischenruf-von-karl-kraus/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 14:45:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenruf der Ursprünglichen Chaoten]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Interview in der Fatz (21.1.2010) empörte sich Oberst Ulrich Kirsch, Vorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes, über die Art, wie die Debatte um das Massaker (Jürgen Todenhöfer) von Yakob Baj geführt werde. Er sagte u.a., dieser Streit sei &#34;zu einer unangemessenen Schlammschlacht mutiert&#34;, während &#34;unsere Kameradinnen und Kameraden im Stich gelassen&#34; würden. Ihm zufolge findet diese &#34;Schlammschlacht&#34; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Interview in der Fatz (21.1.2010) empörte sich Oberst Ulrich Kirsch, Vorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes, über die Art, wie die Debatte um das Massaker (Jürgen Todenhöfer) von Yakob Baj geführt werde. Er sagte u.a., dieser Streit sei &quot;zu einer unangemessenen Schlammschlacht mutiert&quot;, während &quot;unsere Kameradinnen und Kameraden im Stich gelassen&quot; würden. Ihm zufolge findet diese &quot;Schlammschlacht&quot; nicht etwa in Afghanistan, sondern in Berlin statt. Schlagen in Berlin die Drohnen zu? Wird an der Spree &quot;gezielt getötet&quot;? Wird in Mitte &quot;Luftunterstützung angefordert&quot;?</p>
<p>Was sagte Karl Kraus sinngemäß dazu: Wo die Fantasie, sich eine konkrete Schlammschlacht vorstellen zu können, derartig verkümmert ist, können wir wetten, dass der Krieg weitergehen und eskaliert werden wird. Sofortiger Abzug? Bitte keine Schnellschüsse!</p>
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		<title>Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan!</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 02:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Vorerinnerung (Roman)]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenruf der Ursprünglichen Chaoten]]></category>

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		<description><![CDATA[Holt die Stabsärztebrüder nachhause!
Der AfghanistanAppell.de

In vielen Einträgen dieses Blog wurde die Abwärtskurve der &#34;Versumpfung&#34; der Bundeswehr in A* dokumentiert. Mehr und mehr hörten und hören sich die Meldungen von dort an wie die Simulationen über den A*-Krieg im Roman &#34;Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee.&#34; Auch die &#34;Stabsärztebrüder&#34; des Romans sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a title="Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan!" href="http://www.afghanistanappell.de" title="Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan!">Holt die Stabsärztebrüder nachhause!<br />
Der AfghanistanAppell.de</a></h3>
<p><a href="http://www.afghanistanappell.de"><img class="size-full alignleft wp-image-423" title="Afghanistan-Appell" src="http://bangemachen.com/wp-content/uploads/2010/01/afghanistan-appell.png" alt="Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan!" title="Afghanistan-Appell" width="250" height="249" /></a></p>
<p>In vielen Einträgen dieses Blog wurde die Abwärtskurve der &quot;Versumpfung&quot; der Bundeswehr in A* dokumentiert. Mehr und mehr hörten und hören sich die Meldungen von dort an wie die Simulationen über den A*-Krieg im Roman &quot;Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee.&quot; Auch die &quot;Stabsärztebrüder&quot; des Romans sind im realen A* in ihrem gefährlichen Dienst tätig. Man konnte zu Weihnachten einige ihrer Feldpostbriefe im SZ-Magazin vom 23.12.2009 nachlesen, z.B.:</p>
<p>&quot;Insgesamt hat der ISAF-Einsatz in Kundus nur noch wenig von einem Hilfseinsatz, sondern mehr von einem (asymmetrischen) Krieg. Wenigstens alle 3 Tage passiert etwas. Anfangs kamen in schöner Regelmäßigkeit Raketen, das hat nachgelassen. Dafür häufen sich Anschläge und Hinterhalte. Kaum ein Schutzzug, der noch kein Feuergefecht hatte. Mindestens 6mal wurden unsere Patrouillen angesprengt.&quot; (Oberstabsarzt Jens Weimer, 34)</p>
<p>&quot;Spätestens nach dem 2. Bunkeralarm entwickelt auch der größte Philanthrop blutige Rachegelüste. Die militärisch einfachste Lösung, die hier von den Soldaten auch favorisiert wird, ist der groß angelegte Artillerie-Gegenschlag. Technisch kein großes Problem: Abschussstelle orten, Kanone ausrichten und zurückschießen &#8211; dauert weniger als 1 Minute. Die ersten feindlichen Raketenschützen hätten wohl auch Pech, aber die Taliban sind nicht blöd. Schon die nächsten hätten ein langes Kabel und würden die Rakete neben einem Kindergarten starten.&quot; (ders.)</p>
<p>Den Stabsärztebrüdern ist also klar: Die &quot;Option&quot; einer weiteren sehr blutigen Eskalation rückt näher.</p>
<p>Aber es gibt eine andere Option: den Rückzug. Dafür setzt sich der <a title="Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan!" href="http://www.afghanistanappell.de" title="Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan!">APPELL &quot;HERAUS AUS DER SACKGASSE IN AFGHANISTAN!&quot;</a> ein, den die Zeitschrift &quot;kultuRRevolution. zeitschrift für angewandte diskurstheorie&quot; zusammen mit der Zeitschrift AMOS entwickelt hat. Er ist spezifisch für ein deutsches Publikum formuliert und soll rechtzeitig zur Londoner Konferenz am 28.1. veröffentlicht werden.</p>
<p><strong>Update:</strong> Wie geplant wurde der Appell am 28.1. in der Wochenzeitung <a href="http://www.freitag.de" titel="Freitag">Der Freitag</a> mit den ersten 150 Unterschriften veröffentlicht. Der Appell &#8220;Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan&#8221; mit seinen prägnanten Gründen für einen &#8220;umgehenden&#8221; Rückzug der Bundeswehr erfreut sich seit seiner Publikation im &#8220;Freitag&#8221; am 25. Januar weiterer Unterstützung. Er erweist sich so als wichtiges Instrument, um zu verhindern, dass bald wieder &#8220;war as usual&#8221; herrschen kann. Deshalb bitten wir jetzt (und ohne deadline) um zusätzliche Unterschriften.</p>
<p><a title="Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan!" href="http://www.afghanistanappell.de" title="Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan!"><strong>AfghanistanAppell.de</strong></a><br />
<a title="Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan! (PDF)" href="http://www.afghanistanappell.de/Appell-Afghanistan.pdf" title="Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan! (PDF)"><strong>Vollständigen Appell als PDF lesen</strong></a></p>
<h3><a href="http://www.afghanistanappell.de" title="Afghanistan-Appell unterzeichnen">Jetzt unterzeichnen!</a></h3>
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		<title>Ein &#8220;Kommissarsbefehl&#8221; in Afghanistan?? Hat die fatale Stunde geschlagen?</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 11:47:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskursanalytische Wortmeldung (DAW)]]></category>
		<category><![CDATA[Vorerinnerung (Roman)]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenruf der Ursprünglichen Chaoten]]></category>

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		<description><![CDATA[Zitat Spiegel-Online 30.12.2009: &#8221;Laut dem Bericht einer von Karzai eingesetzten Untersuchungskommission trieben am vergangenen Samstag Soldaten der internationalen Truppen im Distrikt Narang in der Provinz Kunar 10 Zivilisten aus ihren Häusern und erschossen sie. Unter den 10 Todesopfern seien 8 Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren. [...] Dagegen sagte ein ranghoher Isaf-Offizier, der anonym [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zitat <a title="befehl" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,669655,00.html">Spiegel-Online </a>30.12.2009: &#8221;Laut dem Bericht einer von Karzai eingesetzten Untersuchungskommission trieben am vergangenen Samstag Soldaten der internationalen Truppen im Distrikt Narang in der Provinz Kunar 10 Zivilisten aus ihren Häusern und erschossen sie. Unter den 10 Todesopfern seien 8 Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren. [...] Dagegen sagte ein ranghoher Isaf-Offizier, der anonym bleiben wollte, es habe keine zivilen Todesopfer gegeben. Alle Toten seien Männer &#8216;im Kampfesalter&#8217; gewesen. Bei dem Vorfall seien US-Elitesoldaten im Einsatz gewesen, aber keine Nato-Soldaten. Ein US-Soldat in Asadabad, der Hauptstadt von Kunar, sagte, keiner der Getöteten sei &#8216;unschuldig&#8217; gewesen.&#8221;</p>
<p>Die Überschrift des Artikels lautet: &#8220;8 US-Bürger bei Selbstmordanschlag getötet&#8221; (da ging es um &#8211; verfremdet ausgedrückt &#8211; die gezielte Tötung einer CIA-Einheit durch INS = insurgents). Es ist also doppelt schwierig, den Faktenkern aus den durchmischten Meldungen zu extrahieren. Plausibel erscheint es zunächst, dass nicht &#8220;normale&#8221; Isaf-Soldaten, sondern &#8220;Eliteeinheiten&#8221; die &#8220;Aktion&#8221; oder den &#8220;Einsatz&#8221; durchführten &#8211; aber offensichtlich abgesprochen mit und geschützt von Isaf-Truppen (zu denen zwar nicht in dieser Provinz, aber insgesamt die deutschen Soldaten gehören).</p>
<p>Natürlich ist allgemein bekannt, dass man &#8220;demokratische&#8221; Kriege niemals mit Nazi-Kriegen &#8220;vergleichen darf&#8221;. Hier geht es auch nicht um &#8220;Vergleich&#8221;, sondern um Schwierigkeiten beim Verstehen. Und dazu hilft nun doch unsere inzwischen verbreitete Kenntnis über den deutschen Feldzug gegen die Sowjetunion 1941-1945. Da war es so, dass &#8220;Einsatzgruppen&#8221; in Absprache mit und im Schutz der Wehrmacht den (geheimen) &#8220;Kommissarsbefehl&#8221; durchführten. Das ging so: Denunziation &#8220;aktiver Kommunist und potentieller Widerständler&#8221; (= &#8220;Kommissar&#8221;) &#8211; aus dem Bett geholt &#8211; erschossen.  Die &#8220;Einsatzgruppen&#8221; (meistens der SS, der Polizei, aber auch der Wehrmacht selbst) waren durchaus &#8220;Elitetruppen&#8221;.</p>
<p>So könnte es also auch jetzt in Afghanistan laufen (kein Vergleich! bloß Verständnishilfe): Es scheint einen (geheimen) Befehl zu geben, alle auch bloß potentiellen &#8220;Taliban&#8221; (oder &#8220;Insurgents&#8221;), soweit sie im &#8220;kampffähigen Alter&#8221; sind (also offenbar ab 13 Jahren) &#8220;gezielt zu töten&#8221;. Es scheint, dass die direkt Ausführenden Elitesoldaten sind (im Fall Deutschland also KSK: wie bei dem Massaker von Yakob Baj am 4.9.2009), aber dass sie in Absprache mit und im Schutz der &#8220;normalen&#8221; Isaf handeln. Nach dem Rezept: Denunziation &#8211; aus dem Bett holen &#8211; erschießen.</p>
<p>Wer eine alternative Erklärung der Fakten weiß, möge sie bitte als Comment mitteilen.</p>
<p>Falls die hier gewagte Hypothese aber insgesamt korrekt sein sollte: Was würde daraus folgen?? Hätte dann nicht die fatale Stunde geschlagen, wo wir uns eingestehen müssten, dass deutsche Truppen &#8220;im deutschen Namen&#8221; Aktionen zumindest decken, zu deren Verständnis man auf frühere deutsche Kriege zurückgreifen muss? Und: Begreifen wir jetzt nicht endlich, warum &#8220;unsere Väter geschwiegen haben&#8221;? Vielleicht weil sie solche Meldungen ebenfalls (innerlich) unter eine falsche Überschrift gestellt und sie im freudschen Sinne &#8220;verleugnet&#8221;, ja sogar &#8220;verworfen&#8221; haben (das ist was anderes als &#8220;verdrängt&#8221;: es ist schlimmer)? &#8220;Ich habe nichts gesehen&#8221;?</p>
<p>Um es zu wiederholen: Wir können nicht mehr warten auf eine neuerliche &#8220;Gnade der späten Geburt&#8221; &#8211; weil wir allemannfrau längst schon geboren sind.</p>
<p>Die Ursprünglichen Chaoten</p>
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		<title>&#8220;Militär allein ist nicht die Lösung&#8221;: ein diskursiver Trumpf, der nicht mehr sticht!</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 10:14:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.link</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Vorerinnerung (Roman)]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenruf der Ursprünglichen Chaoten]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Vorerinnerung (Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee: Roman bei asso, Oberhausen: besorgen!) wird es vorerinnert:
Wir machten dann auch kurze improvisierte Simulationsspiele für die Manipulationstrümpfe des V-Trägers: &#8220;Wie verkauft Arschky eine Werkschließung?&#8221; &#8211; Da spielt er den Trumpf x allein ist keine Lösung&#8221;: (mit Pathos:) &#8220;Kollegen! Dazu sagen wir klar: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Vorerinnerung (Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee: Roman bei asso, Oberhausen: besorgen!) wird es vorerinnert:</p>
<p>Wir machten dann auch kurze improvisierte Simulationsspiele für die Manipulationstrümpfe des V-Trägers: &#8220;Wie verkauft Arschky eine Werkschließung?&#8221; &#8211; Da spielt er den Trumpf x allein ist keine Lösung&#8221;: (mit Pathos:) &#8220;Kollegen! Dazu sagen wir klar: So nicht! Nicht mit uns! Werkschließung allein kann nicht die Lösung sein! Wir brauchen noch andere Lösungen, Kollegen, die genau so wichtig sind und sogar noch viel wichtiger, Kollegen! Wir brauchen einen Sozialplan!&#8221; (S. 399)</p>
<p>V-Träger = Verantwortungs-Träger; Arschky = SPD-Betriebsratsboss</p>
<p>Man setze statt Arschky Künast, Trittin, Steinmeier &amp; Co. und statt Werkschließung Krieg in Afghanistan, und man ist in der Gegenwart angelangt. Besonders dick pumpte Guido Westerwelle diese Diskursblase auf: &#8220;Militär allein kann nicht die Lösung sein! Wir brauchen noch andere Lösungen! Wir brauchen einen Aufbauplan!&#8221; und sogar (mit Pathos:) &#8220;Ich gehe nicht zur Afghanistan-Konferenz, wenn es eine reine Truppenaufstockungskonferenz wird!&#8221; Aber da stachen Künast, Trittin, Steinmeier &amp; Co. (und sowieso die CDU) ein bisschen in seine Diskursblase, und sie sackte in sich zusammen. Der Trumpf sticht einfach  nicht mehr.</p>
<p>Als ob irgendjemand (einschließlkich Bush) jemals so doof gewesen wäre zu behaupten: &#8220;Militär allein ist die Lösung in Afghanistan&#8221; &#8211; alle (einschließlich Bush) haben selbstverständlich immer gesagt: Militär allein ist nicht die Lösung, wir brauchen auch einen Aufbauplan. Am liebsten würden sie sogar sämtliche zivilen Projekte, einschließlich von &#8220;pazifistischen&#8221;, per CMC (Civil-Military Cooperation) als Feigenblätter über ihre &#8220;gezielten Tötungen&#8221; und ihre Massaker von Typ Yakob Baj kleistern. (Worauf leider leider viele NGOs, sogar  &#8220;pazifistische&#8221;, hereinfallen.)</p>
<p>Militär allein ist nicht die Lösung? Militär ist Teil des Problems und nicht der Lösung, und zwar der wichtigste Teil des Problems!  Deshalb beginnt die Lösung klipp und klar mit dem Abzug des Militärs aus Afghanistan, und insbesondere mit dem Abzug der Bundeswehr, und zwar sofort.</p>
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