Wenn den kalten Kriegern “ein kalter Schauer über den Rücken läuft”

Wenn man seit Jahrzehnten angewandte Diskurstheorie praktiziert, bekommt man eine feine Antenne auch für kleine diskursive Ereignisse. So für die insbesondere seit Trump um sich greifende Redeart unserer mediopolitischen Klasse, das es einem “kalt über den Rücken laufen” würde, wenn man sich vorstellte… Statt mehrerer möglicher zitiere ich Jasper von Altenbockum in der Fatz vom 6.2.2017.  Wenn er an Trump denkt und an Marine Le Pen: “Da läuft einem ein kalter Schauer über den Rücken.”

Er merkt nicht (und die meisten seiner Leser werden nicht merken), dass das paradox ist. Denn ihm und seinesgleichen (es handelt sich um einen der kältesten Krieger hierzulande) ist kein kalter Schauer über den Rücken gelaufen

– angesichts der von der Bundeswehr geführten “NATO-Speerspitze” direkt an der russischen Grenze im “Baltikum”;

– angesichts des “Raketenschilds” um Russland und China, der diesen beiden Mächten die Möglichkeit zum atomaren Zweitschlag wegnehmen und also dem Westen die des atomaren Erstschlags wiedergeben soll;

– angesichts der Bombardierung Ex-Jugoslawiens auch durch die Bundesluftwaffe 1999 mit den gleichen Eisernen Kreuzen wie 1941;

– angesichts des Antiguerillakrieges der Bundeswehr in Afghanistan;

– angesichts des Antiguerillakrieges der Bundeswehr in Mali;

– angesichts der Rollback-Strategie des Westens gegen Russland (es geht nicht um PUUTIIN, sondern um Russland: bitte bei Bismarck nachlesen);

– angesichts der Anschaffung von Killdrohnen durch Ursula Von der Leyen.

Dass dieser deutschen mediopolitischen Klasse bei alldem nicht der geringste Schauer über den Rücken gelaufen ist, hat seit Jahrzehnten bewiesen, dass sie aus den beiden deutschen “Griffen zur Weltmacht” nichts gelernt hat. Und jetzt, wo der dritte Griff (Konzept GERMROPA) auf erste Widerstände stößt, wird ihr Rücken plötzlich sensibel. “Nachbarin, Euer Fläschchen!” (Gretchen im Dom)

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Eine Antwort zu “Wenn den kalten Kriegern “ein kalter Schauer über den Rücken läuft””

  1. aunahmsweise wird in metapher mal direkt das köprlUST/UNLUSTgefühl in zusammenhag mit hochakkumuluierten, hochabstrakten sozialen kriegsmascherien gebracht.

    dieser einbruch des realen ins symbolische, da seit eigenes reales mit den kalten kriegern hat,
    der das politkriegsgrossmeisteschach audrückt, wo das symbolische als reale dorhung reale wirkungen zeigt. nicht fiktional, sondern virtuell, so eine drohung, die sich dadurch vom zu tode amüsieren, der spielwiese, in der rein fiktionalen medienwelt, auch der idelogischen staatsappartatewelt unterscheidet.
    daher gehen die anstengungen dahin, den bezug zum realen wieder herzustellen – waseine eigene realität, symboliche schafft.

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