Die Simulation von Bürgerwehren in der “Vorerinnerung”: Durch die “Normalbürger-Wehren” falsifiziert?

 

Warum die Ursprünglichen Chaoten beim “Thema” Bürgerwehren am Ball bleiben: In den prognostischen Simulations-Spielen der “Vorerinnerung” (Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee, assoverlag Oberhausen, 29 € 90) spielen Bürgerwehren eine wichtige Rolle, weil Bürgerwehren Fasci sind: wehrhafte NotamMann-Bünde mit dem Ziel, die Straßen und die Plätze, ja die gesamte Öffentlichkeit oder Zivilgesellschaft zu “säubern” – von allen “Anormalitäten”: von Marxisten, von Behinderten, von Schwulen und Lesben und von “Fremden” (“rassisch” oder “kulturell” Fremden). Das Besondere dabei ist, dass solche Fasci (die Ur-Fasci waren diejenigen Mussolinis) “die Sache in die eigene Hand nehmen” – über die repressiven Maßnahmen der legalen Polizei hinaus.

EIN MUSTERFALL: DIE “BÜRGERWEHR” VON ARNSDORF IN SACHSEN

Der Fall ging durch die Medien: In Arnsdorf in Sachsen wurde ein Psychiatriepatient in einem Supermarkt laut, weil er mit seinem Handy nicht klarkam. Daraufhin wurde eine lokale “Bürgerwehr” alarmiert, die den Kranken “festnahm”, gewaltsam aus dem Laden zerrte und dann mit Kabeln an einen Baum fesselte. Es handelte sich um einen “klassischen” Fall von Fascio: Laden und Dorf sollten “gesäubert” werden, wobei das Opfer gleich mehrere “Anormalitäten” vereinte: psychische Behinderung und “Fremdheit” (es handelte sich um einen Mann aus dem Irak).

BASIS DER “BÜRGERWEHREN”: DAS “JEDERMANNSRECHT”

War die Aktion illegal? Die Fasci-sten behaupten: Nein, denn Paragraph 127 Strafprozessordnung (StPO) lautet: “Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen.” Ein typischer Gummiparagraph, wie man sieht. Auf seiner Basis proliferieren, besonders in Ostdeutschland, die “Bürgerwehren”, die offiziell etwa auf Streife gegen Einbrecher- und Diebesbanden gehen.

DIE BÜRGERWEHREN IN DER VORERINNERUNG UND DIE NORMALBÜRGER VON ARNSDORF

In der Vorerinnerung gibt es verschiedene Sorten von Bürgerwehren: R 4 (Viertes Reich, also Neonazis), “Preußen” (Neo-DNVP usw.), “Eurowehren” (für “Europa” mit deutscher Hegemonie, also GERMROPA), “Christwehren” (Kämpfer für ein  christliches Abendland). Die Bürgerwehrleute von Arnsdorf definierten sich auf Anfrage selber als “normale Bürger”. Darin steckt die Auffassung, dass “Jedermann” gegen “Anormalitäten” vorzugehen nicht nur berechtigt, sondern vielleicht verpflichtet ist. Ein Individuum, dessen “Identität nicht sofort festgestellt werden kann” (§ 127 StPO), das laut schimpft und nicht “deutsch” aussieht, ist offensichtlich eine “Anormalität” und muss “rausgesäubert” werden. Sicher werden die vier Bürgerwehren der Vorerinnerung sämtlich auch gegen “Anormalitäten” vorgehen – aber dass das scheinbar allein an die erste Stelle rückt, ist neu – wir müssen also Normalbürgerwehren (NBW) zur Simulation hinzufügen.

ALSO NORMALISMUS – ABER PROTONORMALISMUS

Dabei muss aber ergänzt werden, dass es sich um eine besondere Auffassung von “normal/anormal” handelt: eine sehr enge, sehr radikale (die alle “Anormalitäten” in geschlossene Anstalten, Knäste oder Lager stecken und also “von der Straße bringen” will). Dagegen herrscht bei uns (noch) der flexible Normalismus, für den Schwule und Lesben normal sind, ebenso wie dunkle Hautfarben oder fremdsprachliche Akzente, ja auch Behinderungen. Leuchtet es nun ein, weswegen Normalbürgerwehren (NBW) die Speerspitze einer fatalen Entwicklung werden können?

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2 Antworten zu “Die Simulation von Bürgerwehren in der “Vorerinnerung”: Durch die “Normalbürger-Wehren” falsifiziert?”

  1. Dr. rer. nat. Harald Helmut Wenk sagt:

    Der faschistsche, brutale “Protonormalismus” hat alledimngs ein weit tragische Beziehung zum “flexiblen Normalsimsus”, der in dem Heraustreichen als kultrelles “kleineres Übel” erscheint und osmz annhemberaer erscheint asl er in Wirklichkeit ist: De durchschnniit de Sein/Sollens-Verhältnisse wirdf sozusagen heruntergezogen und die Standardabweoichung verengt. Das kommt in Kommentaren weiter oben zum Ausdruck.

    Diese Verengung, Verkleinerung der Standardabweichung geht im lauten”Bum Bum” der sensatioenllen Brutalitäen dr Einzelereignisse volkommen unter. Noch schlimmer ist, das das “privat/öffentlich” Verhältnis zunuguinsten der Schutzfunktioen des Privaten verändet wird.

    DEe inkriminiet § 127 als solcher ist durchaus sinnvoll: Das”Haltet den DIeb” baricg schon eine legale Grundlage und wird sogar für Zivilvcourage und Hilfe dringernd gebraucht. ES ist doch klar, das das peofessionele und im Volk vernalerte Rechtsverständnis dafür sorge muss, dass der Sin de sParagafen natürlicj keine willkürherschsaxadt deckt. Man braiucht ja auch nursien Ausweisvorzeiegen und im Supermarkt sidnm ja die Zuständtzegkiten duch Personal klar geregelt Gegen seine Willen UND den fdss Oeersonalö kan dr Mann mit § 1127 nicht fasau geholt wern, da habm die sogar Hausfriedensbriuch (wortweärtlich!!) bergangen. dER faldr vonm Räräsdent Gacuk pposthumgeehrten jjneg frau ddie mitiee gRupep eauseirn Burfescgnellrestraurent verwisen wurde undan draussen eonr realen Totschalgerölag, drtätewired berurteilt, wied da sichgerrlich in dem bEint3zöhändöerkreosen für diskussuoen dr Schutzfunktion gesorgt haben. Nadeshda von Pussy Riot ist im Mosakauer McDonalds griue Farbe auf die Harre geschmiert worden allerdingsist der Täter doch erwischt worden.

  2. Simon N. Taalbach sagt:

    Ja, dass Normalbürgerwehren die “Speerspitze einer fatalen Entwicklung werden können”, leuchtet durchaus ein. Problematisch erscheint mir, dass es so unheimlich schwer ist, etwas über sie herauszufinden. Bei der Welle der Formierung dieser Fasci zu Beginn des Jahres scheint es sich vor allem um ‘virtuelle’ Bürgerwehren gehandelt zu haben. Von den Tausenden, die sich bspw. unter dem Slogan “Düsseldorf passt auf” zusammentaten, schafften es jedenfalls nur sehr wenige auf die Straßen der nächtlichen Stadt. Schon wenige Woche später war zu hören, dass sich ein Großteil dieser Wehren in Auflösung befinde.
    Mir scheint, dass bei dem medialen Spektakel um die ‘Spaziergänge besorgter Bürger’ eines ein wenig aus dem Blick geraten ist: die zahllosen privaten Sicherheitsfirmen, Objekt- und Gebäudeschützer, DB-Sicherheits-Trupps usw., die seit geraumer Zeit immer stärker den öffentlichen Raum bevölkern. Interessant daran ist, dass nun auch von Staatswegen weiter an dieser ‘Sub-Justiz’ gestrickt wird. Ich meine dabei das viel kritisierte Hilfs-Sheriff-Programm des Innenministers, das dieser jüngst lancierte. Es mögen ökonomische Gründe sein, die hinter diesen Erwägungen stecken. Unbehagen bereitet jedoch die Aussicht, dass sich in naher Zukunft noch sehr viel mehr und mit ziemlich undurchsichtigen Kompetenzen ausgestattete Fasci in den Straßen und auf den Plätzen tummeln werden. Paradox daran auch, dass protonormalistische Tendenzen über einen flexibilisierten Bereich der öffentlichen Sicherheit Einzug zu halten scheinen.

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