“Erfolg” der Bundeswehr in Afghanistan: die deutsche Besatzungszone auf der Kippe – aber keine Konsequenzen

Die Nachrichten aus Kundus (der ehemaligen zweiten “Hauptstadt” der deutschen Zone in Afghanistan) sind sehr schlecht: Taliban bis 6 km vor der Stadt, ganze Bezirke verloren, Regierung in Kabul in Panik beim Chef der Nato-“Trainingsmission” John Campbell. Dazu muss man wissen, dass vor dem Dreizehnjährigen Krieg (der aber eben weitergeht) der Norden des Landes (die deutsche Zone) als ruhig galt, weil dort mehr Tadschiken, Usbeken und Krigisen wohnen als Paschtunen (die hauptsächliche Basis der Taliban). Die Bundeswehr hat es also durch ihre “Mission” geschafft, die Taliban in ihrer Zone so stark zu machen wie nie zuvor!

Anders gesagt: Die Bundeswehr hat ihren sehr teuren Krieg (offiziell mindestens 25 Milliarden – womit man Griechenland locker aus der Patsche hätte helfen können) verloren. Ihren ersten großen Krieg nach 1945 verloren.

Man sollte meinen: Daraus müssen Konsequenzen gezogen werden. Offensichtlich sind solche “Missionen” nicht nur mörderisch, sondern selbst im Sinne einer globalen Hegemonialpolitik absolut kontraproduktiv.

Tatsächlich aber sagte Steinmeier beim letzten G7-Treff in Lübeck wörtlich: “Wir müssen realistischerweise sehen, dass das, was wir im Moment als außergewöhnliche Belastung empfinden, als außergewöhnlichen Krisenfall, dass diese Art von Krisenmanagement wahrscheinlich eher der Normalfall für die nächsten Monate und Jahre sein wird.” (Deutsche Welle online 14. 4. 2015) Dabei bezog sich Steinmeier nicht nur auf Afghanistan, sondern auch auf Libyen, Mali, Syrien, Irak und aus aktuellem Anlass auf die neue Offensive Saudi-Arabiens im Jemen. Wie oft soll man es wiederholen: Es gibt keinen normalen Krieg und kann keinen geben: Kriegszustand heißt Ausnahmezustand, Notstand, also Aufhebung jeder Normalität. Kriege zum Normalfall zu erklären, folgt einer “Hamlet-Logik”: “Ist es auch Wahnsinn, hat es doch Methode”. Und diese Logik ist die des deutschen sozialdemokratischen Außenministers.

Statt also nach der schweren Niederlage in Afghanistan eine Pause der globalen Militäroperationen der Bundeswehr einzulegen, macht die Regierung auf “weiter so!” Aber Aufregung (auch in den Mainstreammedien) gibt es nur über Jannis Varoufakis.

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Eine Antwort zu ““Erfolg” der Bundeswehr in Afghanistan: die deutsche Besatzungszone auf der Kippe – aber keine Konsequenzen”

  1. Dr. rer. nat. Harald Wenk sagt:

    Faschismus als hochgradig militaristisches Unterrnehmen ist dsie von Faye übernomme DEutung von Deleuze/Guattarui. Der “Kronjurist” Carl Schmitt der Fasschisten DEFINIERTE das Recht und den Staat übe den permanaenten Ausnahmezustand – in Abgrenzung zur rationalen Staatsthreorie a la Spinoza – sein “größter Feind – und konkret in logisvh kohärenten Systemen, volgo “rechtssichere Rechtsstaatlichkeit auf Verfassungsgrundlage”, seinerzeit mit dem Namen Kelsen verbunden.

    Der Übergang von Steinmnmerzhe zu einer “faschidtioden” “Staatsauffassung” – zumindes im dr Au0empolitik, duesein preofessionelles. entscheidendes Gebiet ist, hazt wesdentlich megr alds “Rechts”- ideengeschichtliche Bedeutung!!
    Jam der “Klassenksnpf” und “Krieg” greift über (alles in der Welt), DEm wird mitr vielpoligen Dialektiken versucht Rechnug zu tragen. Allein: Es gewanm der brutaler fast immer-

    Krieg, mit unglaublicher “Verschlabernheit” ist ein uralltes “Geschäft”. Die Afghanen veteidigen da wirklich ihre Wohnorte, Territoorien, während unsere “Interssensveretuznbg” dort ist doch mehr als konstruiert!! Hättte es ein großer Scheck dafür nicht auch getan??

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