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ölbäder und der deutsche v-träger erinnert sich an seinen wüstenfuchs

Der V-Träger ist der Verantwortungs-Träger.  Er spielt eine Hauptrolle im Roman „Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee. Eine Vorerinnerung“ (assoverlag Oberhausen).  Wenn die Ursprüglichen Chaoten, seine Gegenspieler im Roman, Glück haben, können sie bekanntlich die Stimme des V-Trägers mithören.

So gestern Nacht, als auf dem Bildschirm das Bild mit den Kriegsschiffen im Mittelmeer plötzlich ausfiel, der Ton aber weiterlief, allerdings schlagartig ganz anders: Es war die Stimme des V-Trägers!  Mal wütend, mal lamentierend, und sie sagte:

meine grünen wüstenstürmer pinkeln mich jetzt an vonwegen drückebergerei in der libyschen wüste.  sie kapieren einfach gar nichts grün hinter den ohren und ölige laien in wüstenstürmen wie sie sind.  ich verstehe schließlich was von wüstenstürmen in libyen, mein welschmann hat schon  vor 100 jahren welche geführt und ich selber mit meinem wüstenfuchs vor 60.  mein wüstenfuchs war wirklich genial was wüstenstürme angeht und hat trotzdem verloren.  seit mein 3. versuch läuft und ich wieder kriege führen muss, ist mein eisernes prinzip: nie wieder verlorener krieg.  schon gar nicht wieder verlorener blutkrieg.  ich bin kein öliger anfänger, als ob ich nicht wüsste, welche enormen blutvorkommen in der libyschen wüste –  was soll das blinken von wegen semantische vertauschung – scheiß programm!  abschalten!  ach du dicker pater was hab ich da wieder gesagt!

mein franzmann will die blutanlagen erobern, und ich soll den ölzoll mitentrichten (ich habe gesagt: blinken abschalten!) aber ich entrichte ölzoll nur noch, wenn der sieg absolut garantiert ist, nie wieder vonwegen bis zum letzten öltropfen kämpfen und so: die verantwortung liegt doch im endeffekt wenns zum schwur kommt immer bei mir.  meine generäle warnen mich vor imperial overstretching, sie haben in afghanistan und am horn schon genug zu tun.  mein franzmann ist voll im imperial overstretching drin, das sieht doch jeder, ich weiß von meinen diensten, dass er neural enhancing pillen nimmt und schon völlig süchtig ist, ich brauch ihn doch nur da rumzappeln zu sehen.

meine verantwortung heißt blutquellen sichern und sicherer blutfluss, und das wird durch die strategie meines franzmanns, ölbäder mit noch mehr ölbädern zu bekämpfen, doch total verunsichert!  schon jetzt steigt der blutpreis wie eine rakete (verdammtes blinken scheiß programm: ich habe euch gesagt: abschalten!) wenn mein franzmann in der wüste schiffbruch erleidet, wird der blutpreis explodieren und meinem aufschwung den gau verpassen.  das kann ich nicht verantworten.  dieser stress zerreißt mich, mein öldruck geht schon wieder hoch zusammen mit dem blutpreis, und mein internist sieht ein infarktrisiko, aber ich bin sicher, dass das infarktrisiko meines franzmanns viel höher ist.

Da war auch die Stimme weg und bloß noch ein schwarzer stummer Bildschirm übrig: Hoffentlich nichts Schlimmes passiert. Das war ein nächtliches Déjà-vu, denn diese ganze Situation ist vorerinnert im Roman: Siehe das Kapitel „dem v-träger geht einiges durcheinander, als der ernstfall wieder an ihm herantritt (simulation von 1972 auf 1990)“ (S. 744-752).

Bei der Gelegenheit nochmal warum es sich lohnt, den Roman „Bangemachen…“ zu kaufen, sich schenken zu lassen, ihn zu lesen und/oder zu verschenken: Dieser Roman erzählt jenseits der Kretin-Alternative „entweder politisch oder erfahrungssubjektiv“ die Geschichte des deutschen V-Trägers und der Ursprünglichen Chaoten zwischen der 68er Zeit und dem 21. Jahrhunderts. Wie es zum 3. Versuch des V-Trägers kam, in dem wir heute leben müssen. Erzählt es poetisch und satirisch, sensibel und cool. Nach der Lektüre weiß die Leserin, in welcher Geschichtslandschaft sie heute lebt und wie es dazu gekommen ist.

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