Noch hält der 30jährige Krieg den Rekord, aber Afghanistan steht schon auf Platz 2!

Schon hat der „demokratische“ Krieg der Bundeswehr in Afghanistan – mit 10 Jahren Dauer – Kaiser Wilhelm und den Führer klar überholt. Es gab in Deutschland bisher nur einen Krieg, der noch länger dauerte: den 30jährigen.

Bisher hat „der Steuerzahler“ offiziell 17 Milliarden dafür ausgegeben (tatsächlich also sicher circa mindestens 20 Milliarden). Erfolg: Heute ist die „Sicherheitslage“ erheblich schlechter als am Anfang. Die alten Generäle meckern – aber wie? Keineswegs für den Rückzug, im Gegenteil. Altgeneral Kujat meckert, dass die Bundeswehr nicht von Anfang an einen knallharten Krieg geführt habe, wofür sie ganz anders hart hätte bewaffnet werden müssen (SPON 7. Oktober). Altgeneral McChrystal meckert, dass die NATO-Truppen sich nicht gut über Afghanistan informiert hätten, es hätte praktisch keine eigenen Agenten mit Sprachkenntnissen gegeben (SPON 7. Oktober).

Was bedeutet das für die Zukunft? Man will den Krieg nun mehr in Richtung Geheimdienste-Spezialkräfte umsteuern und dadurch gleichzeitig „effizienter“ („bessere“ Killrate) und „preiswerter“ (Drohnen) machen. Die Stiftung Wissenschaft und Politik (Bertelsmann) hat dazu ein Papier vorgelegt, dass diese neue Strategie als Wende von „COIN“ (Counter-Insurgency) zu „CT“ (Counter-Terrorism) beschreibt. Sie äußert allerdings Zweifel auch am neuen Konzept.

Klar ist: Die Bundeswehr bleibt auf jeden Fall bis Ende 2014 (egal was die große Mehrheit des Volkes will und was es kostet, Krise hin und Schulden her)  und zieht nur dann ab, „wenn die Sicherheitlage es erlaubt“ – das könnte durchaus bis 2032 dauern – dann hätten „wir Demokraten“ den Rekord von Wallenstein und Co. „geknackt“!

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Eine Antwort zu “Noch hält der 30jährige Krieg den Rekord, aber Afghanistan steht schon auf Platz 2!”

  1. anton-reiser sagt:

    1. sarkastisch
    „dann hätten “wir Demokraten” den Rekord von Wallenstein und Co. “geknackt”!“

    es gibt eben fortschritt auf allen gebieten, rekorde purzeln nicht nur im sport!

    2. ohne ironie
    die alte denkfigur: wir könnten den krieg gewinnen, wenn die politiker auf die eskalationsvorschläge der kriegserfahrenen generäle hörten. siehe koreakrieg, als eisenhower nicht auf den vorschalg von mcarthur hörte, doch einige atombomben freizgzugeben.
    nur:
    wir deutschen könnten gewarnt sein.
    der 1. wk ging schief, obwohl der kaiser auf alle eskalationsvorschläge der ohl (gaskrieg, unbeschränkter u-bootkrieg, finale offensive im westen im frühjahr 1918 einging.
    der 2. wk ging schief, owohl die politik alle eskalationsvorschläge der generäle (bis auf guderians panzeroffensive im westen) antizipierend übertrumpfte.

    was lernen wir aus diesen katastrohalen erfahrungen???

    anton

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