Nichts ist normal in Afghanistan

Unter „Inland [!?] in Kürze“ fand sich am 5.8.2011 auf Seite 4 der FAZ im Kleindruck folgendes:

„Afghanistan-Einsatz traumatisiert – Bundeswehrsoldaten erkranken nach einem Afghanistan-Einsatz bis zu zehnmal häufiger an posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) als Soldaten ohne Auslandseinsatz. Laut einer Studie  des Instituts für Klinische Psychologie der Technischen Universität Dresden kehrten rund zwei Prozent aller Soldaten, die 2009 in Afghanistan waren, mit einer PTBS zurück, wie die Zeitschrift „Psychologie heute“ berichtet. Hochgerechnet entspreche das etwa 300 Betroffenen pro Jahr. (KNA)“

Erstens: Das ist ein gutes Beispiel für Manipulation, weil die Meldung auf die „Front Page“ (nomen est omen) gehört hätte.

Zweitens: Leserinnen dieses Blogs können leicht das Fehlende ergänzen: Man muss sicher einen Multiplikator von etwa 10 ansetzen, um sich eine Vorstellung von den PTBS afghanischer Zivilisten und insbesondere bei Frauen und Kindern machen zu können. Daran sind nicht ausschließlich „die Taliban“ schuld, sondern dieser schmutzige Anti-Guerillakrieg insgesamt mit seinen „gezielten Tötungen“, Luftschlägen, Racheaktionen beider Seiten, Clear-and-Hold-Offensiven usw.

Drittens: Was hier unter die Sparte „Psychologie“ gesetzt ist, ist ein ganz entscheidender Faktor des Krieges, nämlich der Subjektkern des „soldatischen Mannes“ (Klaus Theweleit). Es war vollständig vorauszusehen, dass dieser ganze alte deutsche Horror mit den „neuen Kriegen“ zurückkommen würde. Dazu lese man das Kapitel „Zwillingsgeschichte vom UDD aus Afrika (Simulation von 1976-82 auf 1998 plus x)“ in der Vorerinnerung „Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee“ (assoverlag Oberhausen). UDD heißt: „Unbekannter Deutscher Deserteur“.

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Eine Antwort zu “Nichts ist normal in Afghanistan”

  1. […] siehe dazu auch “Nichts ist normal in Afghanistan” […]

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