Wo bitte findet die „Schlammschlacht“ statt? (postumer Zwischenruf von Karl Kraus)

In einem Interview in der Fatz (21.1.2010) empörte sich Oberst Ulrich Kirsch, Vorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes, über die Art, wie die Debatte um das Massaker (Jürgen Todenhöfer) von Yakob Baj geführt werde. Er sagte u.a., dieser Streit sei "zu einer unangemessenen Schlammschlacht mutiert", während "unsere Kameradinnen und Kameraden im Stich gelassen" würden. Ihm zufolge findet diese "Schlammschlacht" nicht etwa in Afghanistan, sondern in Berlin statt. Schlagen in Berlin die Drohnen zu? Wird an der Spree "gezielt getötet"? Wird in Mitte "Luftunterstützung angefordert"?

Was sagte Karl Kraus sinngemäß dazu: Wo die Fantasie, sich eine konkrete Schlammschlacht vorstellen zu können, derartig verkümmert ist, können wir wetten, dass der Krieg weitergehen und eskaliert werden wird. Sofortiger Abzug? Bitte keine Schnellschüsse!

Eine Antwort zu “Wo bitte findet die „Schlammschlacht“ statt? (postumer Zwischenruf von Karl Kraus)”

  1. Parse sagt:

    Ist schon klar, ist eine moderne Variante der „Dolchstoßlegende“. Gucken wir mal, wann der Totalitarismus sein häßliches Haupt hebt, lange wirds nicht mehr brauchen.

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